29.01.2013 07:20
Quelle: schweizerbauer.ch - Samuel Krähenbühl
AP 2017
Landschaftsqualitäts-beiträge: «Projekte müssen von unten kommen»
Noch ist offen, ob sich die Kantone an den Kosten für die neuen Landschaftsqualitätsbeiträge beteiligen müssen. Markus Harder, Chef des Landwirtschaftsamts des Kantons Thurgau, begrüsst die Co-Finanzierung.

«Schweizer Bauer»: Nationalrat und Ständerat sind sich noch uneins, ob die Kantone die Landschaftsqualitätsbeiträge (LQB) co-finanzieren müssen. Wie stellen Sie sich dazu?
Markus Harder: Gemäss aktuellem Stand ist die Co-Finanzierung der LQB noch in der Differenzbereinigung, mit etwa 50-Prozent-Chance. Der Kanton Thurgau hat sich bisher immer für die Co-Finanzierung ausgesprochen. Schliesslich geht es bei der Landschaftsqualität um regionale beziehungsweise kantonale Einzigartigkeiten.

Hätte der Kanton Thurgau die finanziellen Mittel bereit, um ab 2014 allenfalls 20 Prozent der Kosten plus Kosten der Umsetzung zu übernehmen?
Die Budgetierung 2014 ist am Anlaufen. Der erste Entwurf wird bis Anfang Mai stehen. Wir sind zuversichtlich, dass wir, sofern wir bis dahin Signale für mögliche Projekte haben, die dafür notwendigen Gelder (wohl 20% Co-Finanzierung) im Budget 2014 einstellen können. Die Kosten der Umsetzung erachten wir nicht als Problem, sie haben im Budget Platz.

Hat der Kanton Thurgau ein umsetzungsfähiges Programm für Landschaftsqualitätsbeiträge, um diese ab Januar 2014 sofort einzuführen?
Wir sind vonseiten Kanton willens und in der Lage, sinnvolle Projekte im Jahr 2014 umzusetzen, sei das vonseiten Landwirtschaftsamt, inklusive Beratung des BBZ Arenenberg, wie auch vonseiten des Amts für Raumplanung/Abteilung Natur und Landschaft. LQB-Projekte müssen aber von unten, von der Basis, von den Landwirten angestossen und nachher getragen werden. Wie unsere Erfahrungen mit dem Thema Regionalem Naturpark und auch mit PRE-Projekten zeigen, ist es nicht Sache des Kantons, solche Projekte wie eine Glasglocke überzustülpen. Das kommt nicht gut an und bringt keinen Erfolg.

Wie gehen Sie die Umsetzung der LQB an?
Wir sind vonseiten Landwirtschaftsamt, seitdem das Thema bekannt ist, daran, zusammen mit dem Verband Thurgauer Landwirtschaft (VTL). Bereits im letzten Jahr haben wir dazu eine Informationsveranstaltung mit Vertretung des BLW durchgeführt. Sowohl an den diversen Konferenzen des VTL wie auch in der Beratung (BBZ Arenenberg) waren die LQB ein Thema. Wir sind auch aktuell in Gesprächen mit dem VTL betreffend die Umsetzung allfälliger Projekte. Im Kanton Thurgau werden Themen wie ÖQV, Vernetzung und Landschaftsqualität in enger Zusammenarbeit des Landwirtschaftsamts mit der Abteilung Natur und Landschaft des Amts für Raumplanung bearbeitet. Das Geld dafür kommt aus dem NHG-Topf (Natur- und Heimatschutzgesetz) und nicht aus dem Budget des Landwirtschaftsamts .

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