10.04.2013 15:57
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
AP 2017
Massive Kritik an der Verordnung zur AP 2017: Ignoriert das BLW die Getreideproduzenten?
Trotz der starken politischen Unterstützung des Futtergetreides berücksichtigten die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) verfassten Verordnungen die Forderungen der Getretreideproduzenten nicht, heisst es in einer Mitteilung des Schweizerischen Getreideproduzentenverbandes (SGPV).

Der SGPV wehre sich gegen diesen Affront und fordere dringend nötige Anpassungen bereits für die Einführung der AP 2017 ab dem 1. Januar 2014, heisst es weiter. Seit dem Beginn der Verhandlungen zur AP 2017 habe der SGPV auf drei Elemente aufmerksam gemacht, welche zentral seien, um die Getreideproduktion in der Schweiz längerfristig aufrecht erhalten zu können: "Erstens die Einführung eines spezifischen Kulturbeitrags für Futtergetreide, um die einheimische Produktion zu steigern und die Importe zu limitieren. Zweitens der Verzicht auf die Zollreduktion beim Brotgetreide, welche weiteren unnötigen Druck auf diesen Bereich schaffen würde. Schliesslich die Aufrechterhaltung der Beiträge für die Ölsaaten auf dem aktuellen Niveau, um die Kulturen mit vielversprechenden Märkten nicht zu schädigen."

In den Debatten hätten sich die Parlamentarier klar zu Gunsten der Einführung eines Futtergetreidebeitrags ausgesprochen, wobei die Argumente des SGPV aufgenommen worden seien. Im Artikel 54 des Landwirtschaftsgesetzes werde nun explizit erwähnt, dass der Bund diese Kulturen unterstützen könne, um eine angemessene Versorgung der Nutztiere mit einheimischen Futtermitteln gewährleisten zu können. "Mit Verblüffung und Bestürzung hat der SGPV die Texte der sich aktuell in Vernehmlassung befindenden Verordnungen zur Kenntnis genommen", so die Mitteilung.

Tatsächlich werde der spezifische Beitrag für Futtergetreide in keinem Wort erwähnt und das BLW beharre darauf, den Brotgetreide- und den Ölsaatensektor unnötig zu bestrafen, um angeblich indirekt den Futtergetreidesektor zu begünstigen. "Ohne ernsthafte Änderungen in den am 1. Januar 2014 in Kraft tretenden Verordnungen wird das BLW die schwierige Aufgabe haben, den Produzenten zu erklären, dass sie trotz einschneidenden Einkommensverlusten mehr Getreide anbauen sollen", so die Kritik.

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