18.06.2013 06:39
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
Medien
«Medien informieren einseitig»
Die Konsumenten-Vereinigung Nordwestschweiz lässt in einer Broschüre Gegner der AP 2017 ungekürzt zu Wort kommen.

Zwar würden die Medien viel über die Agrarpolitik berichten, aber wichtige Informationen für Konsumenten kämen zu kurz, schreibt Erika Städeli, Präsidentin der Konsumenten-Vereinigung Nordwestschweiz (KVN). So sei es kaum möglich, dass interessierte Konsumenten sich eine unabhängige Meinung zur Unterstützung des Referendums gegen die Agrarpolitik 2014– 2017 (AP 2017) bilden könnten. Unter dem Motto «Landwirtschaftspolitik: Ein Thema für Konsumenten» hat Städeli deshalb eine Sonderausgabe der Konsumentenpost veranlasst.

Mehr Importe mit der AP

Der Grundtenor der Information laute, das Ziel der AP 2017 sei mehr Ökologie – dagegen lasse sich nichts einwenden, stellt Städeli fest. Zu wenig thematisiert werde, dass gleichzeitig die Produktion in der Schweiz reduziert und der Trend zu immer grösseren Betrieben gefördert werde. 

Dies habe zwei Konsequenzen. Erstens würden die Importe von Grundnahrungsmitteln ansteigen, die nicht nach Schweizer Vorschriften produziert worden seien. Die Abschaffung der Tierbeiträge bewirke konkret mehr Fleischimporte aus ausländischen Tierfabriken. Es gebe in der Schweiz keine «Überproduktion» an Fleisch. Zweitens widerspreche die Tendenz zu immer grösseren Betrieben dem Weltagrarbericht.

Schweizer Qualität kostet

Städeli betont auch: «Der Anteil des Einkommens, der für Lebensmittel ausgegeben wird, ist so gering wie nie zuvor. Trotzdem wird ständig auf den Preisen herumgeritten.» Sie will die Agrarpolitik in der Öffentlichkeit intensiv diskutieren, denn: «Die Zerstörung von Strukturen kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.» In ungekürzten Texten können die bäuerlichen Vertreter Josef Kunz, Martin Haab, Samuel Graber, Ulrike Minkner und Rudi Berli den Konsumenten erklären, weshalb sie sich gegen die AP 2017 engagieren. Die KVN unterstützt das Referendum nicht direkt, sie will jedoch die transparente Information zwischen Produzent und Konsument anbieten.

Andere Konsumentenorganisationen marschieren Seite an Seite mit Detailhandel, Umweltorganisationen oder Economiesuisse. Sara Stalder, Geschäftsführerin der Stiftung für Konsumentenschutz (SKS), teilt mit: «Es gibt keine Schattierungen/Abweichungen seitens SKS zur Agrarallianz.» Die  Agrarallianz hat stets für den konsequenten Systemwechsel im Rahmen der AP 2017 lobbyiert.

Auch das «liberale» Konsumentenforum (das derzeit vor allem wegen der Sorge um ausbleibende Subventionen für sich selbst Schlagzeilen macht) begrüsst die AP 2017 in grossen Teilen, wie Geschäftsführer Michel Rudin erklärt.

Die Broschüre kann unter Tel. 061/281 93 00 und info@konsumenten.ch bestellt werden. 

 

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