29.04.2013 07:23
Quelle: schweizerbauer.ch - Susanne Meier
AP 2017
«Mehraufwand für BTS und Raus entschädigen»
Der STS fordert höhere Beiträge für BTS und Raus. Zudem kritisiert er die Erhöhung der SAK-Limiten in der AP 2017.

Der Schweizer Tierschutz (STS) führt eine Tagung zur artgerechten und ökologischen Freilandhaltung durch. Sind sie diesbezüglich zufrieden mit der Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017)?
Der STS begrüsst das vom Parlament beschlossene Landwirtschaftsgesetz. Hingegen sind wir mit mehreren Vorschlägen zu den Ausführungsbestimmungen überhaupt nicht einverstanden. Einmal lehnen wir die Erhöhung der SAK-Kriterien ab. Sie bedeuten das Aus für mehrere tausend naturnahe und tierfreundliche Betriebe. Auch sind wir enttäuscht über die «schmürzelige» Ausstattung bei den Produktionssystembeiträgen. Ein Skandal ist zudem die Idee, inskünftig Ställe mit fast 30'000 Masthühnern zuzulassen. Damit verliert die einheimische Geflügelwirtschaft mit der Abgrenzung zur ausländischen Massentierhaltung ein gewichtiges Verkaufsargument.

Welche Korrekturen fordern sie noch in der laufenden Vernehmlassung?
Sämtliche Beiträge für eine naturnahe und tierfreundliche Produktion müssen deutlich erhöht werden. Nach der vom Parlament beschlossenen Abschaffung der allgemeinen Tierhalterbeiträge sind insbesondere bei BTS und Raus substantielle Beitragserhöhungen angebracht.

Bei welchen Tierarten sehen sie diesbezüglich den grössten Handlungsbedarf?
Bei rund die Hälfte der Tierkategorien findet sich heute bei BTS/Raus eine ungenügende Beteiligungsrate, und bis heute wird der Mehraufwand für BTS und vor allem für Raus ungenügend abgedeckt.

Wäre es nicht auch an den Konsumenten, diesen Mehraufwand abzugelten?
Die Konsumenten machen ja gut mit. Produkte aus tierfreundlicher Haltung machen am Markt heute über 2 Milliarden Franken Umsatz. Aber es gibt auch diverse Tierkategorien, da lässt sich gar keine Labelproduktion machen, z.B. Jung- und Aufzuchttiere. Zudem: Die Steuerzahler und nicht der Bundesrat oder die BLW-Experten kommen für die 2,5 Milliarden Franken Direktzahlungen jährlich auf. Sie wünschen klar eine stärkere Förderung von IP- und Biobetrieben sowie von BTS und Raus. Das müsste jetzt endlich respektiert werden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE