13.03.2014 06:40
Quelle: schweizerbauer.ch - Raphael Bühlmann
Organisationen
«Mieser Enkeltrick des BLW»
Die Umsetzung der Agrarpolitik 14–17 ist in vollem Gange. Die Weichen für eine Neuausrichtung werden bereits heute gestellt.

Das Bäuerliche Zentrum Schweiz (BZS) thematisierte an einer Veranstaltung in Schönbühl BE die Herausforderungen der Schweizer Landwirtschaft. Unter dem Titel «An was zerbricht die bäuerliche Landwirtschaft?» wurde in erster Linie über Anliegen in Bezug auf die aktuelle Agrarpolitik diskutiert.

"Aktuelle Agrarpolitik ist ungenügend"

BZS-Präsident Max Locher begrüsste die Anwesenden und hielt auch sogleich fest, dass der Unmut über die AP 14–17 gross sei. Dies zeigten die zahlreichen Leserbriefe der letzten Wochen. Besonders kritisch sieht Locher die ökologische Ausrichtung der AP. «Die AP 14–17 ist ein mieser Enkeltrick des Bundesamtes für Landwirtschaft (BLW) gegenüber der produzierenden Landwirtschaft», sagte er.

So soll es doch für Geranien an den Bauernhäusern Geld geben, nicht aber für die produzierende Landwirtschaft. Dass sich bäuerliche Verbände für eine solche Ausrichtung der AP ausgesprochen hätten, bedauerte Locher zudem sehr. Nationalrat Rudolf Joder (SVP, BE), der jüngst den Verein für eine produzierende Landwirtschaft (VPL) mitgegründet hat, sieht ebenfalls grundsätzlichen Handlungsbedarf. «Die aktuelle Agrarpolitik ist ungenügend.»

Landwirte sind gefordert

Im Hinblick auf die  anstehende Diskussion zur AP 18–21 will Joder, dass die Landwirte die Initiative ergreifen. «Der Ablauf, dass das BLW alle vier Jahre Vorschläge für eine neue Agrarpolitik macht, ist falsch und zu korrigieren», so Joder. Landwirte müssten bereits heute aktiv werden, um die  AP 18–21 in ihrem Sinn zu beeinflussen. Die von der Gruppe Joder/Graber und dem Schweizer Bauernverband lancierte Initiative für Ernährungssicherheit stelle diesbezüglich ein geeignetes Instrument dar, um auf Missstände in der aktuellen AP aufmerksam zu machen: «Jeder Satz der Ernährungssicherheitsinitiative soll die nächste AP beeinflussen.»

Zusätzlich will er den Jahresrhythmus von vier Jahren ändern. Diese Frist sei falsch, schaffe Unsicherheit und schlicht nicht tragbar. «Niemand käme auf die Idee, in der Entwicklungs- oder Bildungspolitik alle vier Jahre die Gesetze anzupassen», so Joder.

Querfinanzierung üblich

Der Agronom und Präsident der Berner SVP Werner Salzmann jun. informierte über die Einkommenssituation der Bauern. Es sei festzuhalten, dass die Direktzahlungen heute höher seien, als das landwirtschaftliche Einkommen. Nur dank Querfinanzierungen könnten landwirtschaftliche Betriebe gehalten werden. «Mittels den landwirtschaftlichen Einkommen alleine können Investitionen kaum getätigt werden», erklärte Salzmann. Er fordert deshalb, dass die Produzentenpreise zu verbessern seien.

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