17.12.2012 17:21
Quelle: schweizerbauer.ch - Reto Blunier
AP 2017
«Nahkampf» Noser vs. Müller - Gepolter in der FDP wegen Tierfutter-Importe
Der Haussegen in der FDP hängt schief. Zumindest zwischen den Nationalräten Ruedi Noser (ZH) und Walter Müller (SG). Der St. Galler Landwirt wirft seinem Parteikollegen vor, falsche Zahlen zu den Tierfuttereinfuhren zu verbreiten.

Die Beratungen zur Agrarpolitik 2017 erhitze die Gemüter. Die Abschaffung der Tierbeiträge, welche der Ständerat bestätigte, führte innerhalb der freisinnigen Fraktion zu bösen Wortgefechten. Der Zürcher Nationalrat Ruedi Noser, der die Noser Gruppe besitzt und deren Verwaltungsratspräsident ist, sprach am Donnerstag nach der Debatte im Ständerat von einem „Festtag“. Es könne nicht sein, dass „die Hälfte der Schweizer Kühe im Ausland frisst, ihren Mist aber im Inland hinterlassen“, zitiert das „St. Galler Tagblatt“ in seiner Freitagsausgabe den im Glanerland aufgewachsenen Noser.

Mit dieser Aussage trieb er die bäuerlichen Vertreter seiner Partei in Rage. Walter Müller setzte die Aussage von Noser als „kompletten Blödsinn“ herab. Zudem bringe er völlig falsche Zahlen in Umlauf. 90 Prozent des Futters für die Kühe werde im Inland produziert. Der tiefe Anteil an ausländischem Futter zeige, dass die Schweizer Bauern sehr massvoll mit Importen umgingen. Diese Einfuhren seien unerlässlich, um die von den Bauern erwartete Wettbewerbsfähigkeit zu erreichen. Noser wolle vermutlich lieber Fleisch und Milch von ausländischen Tierfabriken einführen.

Noser konterte und liess im „St. Galler Tagblatt“ verlauten, dass die Bauern so viel importieren können, solange sie nicht jedes Freihandelsabkommen torpedieren. Die Bauern wollten Versorgungssicherheitsbeiträge, die Produktivität würden sie aber mit ausländischem Futter erlangen. Man müsse vor allem den Energiewert des importierten Futters mit einbeziehen. „Es würde mich nicht verwundern, wenn der Energiewert des Importfutter nahezu 50 Prozent des gesamten Futterverbrauches ausmachen würde“, sagt Noser.

Wie die Zeitung weiter ausführt, seien die Importe in den vergangenen 20 Jahren zwar stark angestiegen, der Auslandanteil am gesamten Futterverbrauch liege aber weiterhin bei 10 Prozent. Grund sei paradoxerweise die Agrarpolitik aus den 90er-Jahren, als sich die Futterpreise halbierten, die heimische Futtergetreideproduktion sank und dementsprechend durch Importe ersetzt wurden.

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