30.05.2013 06:56
Quelle: schweizerbauer.ch - Daniel Salzmann
AP 17
Öko-Flächen sollen doch wachsen
Mit der AP 2017 sollen die Biodiversitätsbeiträge aufgestockt werden. Dafür wird der allgemeine Flächenbeitrag abgeschafft. Der Bund verstärkt die Anreize für Öko-Qualität, die Flächen sollen aber auch wachsen.

Für eine Hektare Buntbrache sind mit der Agrarpolitik 2014– 2017 (AP 2017) 3500 Franken statt heute 2800 Franken vorgesehen. Für eine Hektare Streuefläche in der Talzone soll es 2000 Franken statt heute 1500 Franken geben. Gibt es für diese Flächen in Zukunft also mehr Direktzahlungen? Nein, wie aus der Tabelle ersichtlich ist. Der Grund dafür liegt in der Abschaffung des allgemeinen Flächenbeitrags von heute 1020 Fr./ha.

1020 Fr./ha sind weg

Dieser wurde auch auf den meisten Biodiversitätsflächen ausgerichtet. Bei den neuen Versorgungssicherheitsbeiträgen ist dies nicht mehr der Fall. Auf extensiv genutzten Wiesen, wenig intensiv genutzten Wiesen, auf extensiven Weiden und Waldweiden will das Bundesamt für Landwirtschaft den reduzierten Beitrag von 450  Fr./ ha ausbezahlen, auf Buntbrache, Streuefläche, Hecken, Ackerschonstreifen usw. hingegen soll es aus dieser Kasse keine Direktzahlungen geben.

Laut der Botschaft zur AP 2017 will der Bund in Zukunft stärker auf die Qualität der Flächen fokussieren. Bis 2017 soll der Anteil der Biodiversitätsflächen mit biologischer Qualität von 27 auf 40% steigen, auch der Anteil der Flächen mit Vernetzung soll von 36 auf 50% zunehmen.

Auf Qualität setzen...

So gibt es heute in der Talzone für die Qualität bei einer extensiv genutzten Wiese 1000 Fr., in Zukunft sollen es 1500 Fr. sein. Wer die Bedingungen für Qualität erreicht, verliert deutlich weniger Direktzahlungen auf einer solchen Fläche, durchschnittlich «nur» 510 Fr. statt 1010 Fr. Die Übergangsbeiträge, die nach und nach abgebaut werden, und andere gesamtbetriebliche Kompensationsmöglichkeiten (Landschaftsqualität u.a.) seien hier ausgeblendet. Auch werden in den Bergzonen III und IV die tieferen Beiträge für Qualität und Vernetzung gestrichen. Dies zeigt sich dann insofern, als es in der Bergzone IV für eine Streuefläche mit Qualität 670 Fr./ha mehr gibt als heute.

...aber auch auf Fläche

Laut Bundesrat gibt es bei den Biodiversitätsflächen im Talgebiet auch eine «Ziellücke», was den Umfang betrifft. In der Talzone und in der Hügelzone zusammen sollten es 65'000 ha Biodiversitätsflächen sein. In den Augen des Bundes reichen die heutigen 61'000 ha nicht. Ein Ziel der Agrarpolitik 2014–2017 ist es denn laut Seite 71 der Botschaft, diese «Ziellücke» bis 2017 zu schliessen.

Laut einer Modellrechnung von Agroscope Reckenholz-Tänikon (ART) wird der Wert sogar übertroffen werden. Ihr zufolge soll es im Jahr 2017 in der Tal- und Hügelzone 68'000 ha Biodiversitätsförderflächen (so der neue, korrekte Name) geben. In den Bergzonen I bis IV sollen zu den heutigen 42'000 ha weitere 7000 ha dazukommen.  

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