10.04.2013 11:54
Quelle: schweizerbauer.ch - sam
AP 2017
Referendumskomitee sagt: AP 2017 ist unökologisch
Ein Komitee bestehend aus West- und Deutschschweizer Bauernvertretern hat am Mittwoch in Bern die Lancierung des Referendums gegen die Agrarpolitik 2014-2017 (AP 2017) verkündigt. Dazu gehören unter anderen der bekannte Genfer Winzer Willy Cretegny sowie Samuel Graber, Präsident des Schweizer Kälbermäster-Verbandes (SKMV).

Der Tenor beim Referendumskomitee war klar: Die AP 2017 führe nicht nur zu einem verstärkten Strukturwandel und einem sinkenden Selbstversorgungsgrad, sondern sei unter dem Strich entgegen den Behauptungen der Befürworter auch unökologischer.

Es sei unverantwortlich, den Selbstversorgungsgrad mit der AP 2017 weiter zu senken, argumentierte Uniterre-Sprecher Rudi Berli am Mittwoch in Bern vor den Medien. „Die AP 2017 ist sozial und ökologisch nicht nachhaltig“, fügte er an. Die Zukunft gehöre einer ressourcenschonenden, intensiven und ökologischen Produktion von Nahrungsmitteln und nicht der liberalen Trennung von Ökologie und Produktion.

Sinkender Selbstversorgungsgrad

Die AP 2017 führe zu einer Schwächung der inländischen Lebensmittelproduktion, argumentierte Samuel Graber, Grossrat (SVP, BE) und Präsident des Schweizer Kälbermäster-Verbandes (SKMV). Bereits heute betrage der Netto-Selbstversorgungsgrad nur noch 54 Prozent. Die Schweiz habe aber seit der Einführung der Personenfreizügigkeit mit der EU jährlich im Schnitt eine Nettozuwanderung von 80'000 bis 100'000 Menschen zu verzeichnen. "Für immer mehr Menschen werden also immer weniger Lebensmittel produziert. Wenn die inländische Lebensmittelproduktion nun noch weiter geschwächt wird, dann wird bald mehr als die Hälfte der Lebensmittel importiert", liess Graber verlauten.

Das bedeute aber auch, dass die Schweiz auch immer mehr Lebensmittelskandale haben werde: "Die Dioxin-, Ehec-, oder Pferdefleisch-Skandale der letzten Zeit lassen grüssen. Die AP 2017 bedeutet deshalb unter dem Strich nicht mehr, sondern weniger Ökologie." Denn die sinkende inländische Produktion werde durch vermehrte Importe kompensiert. Die importierten Lebensmittel würden im Ausland deutlich weniger tier- und umweltfreundlich produziert.

Gegen mehr Importe

Auch der Genfer Winzer Willy Cretegny, der bereits mit seinem Referendum gegen das Cassis-de-Dijon-Prinzip auf sich aufmerksam machte, stiess ins gleiche Horn: "Wir wollen eine Agrarpolitik, welche die Produktion unterstützt und nicht immer mehr Importe!"

Markus Müller von Landwirtschaft 2020 kritisierte vor allem die vom Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) geplante Senkung der Faktoren für die Standardarbeitskraft (SAK). "Mit der Erhöhung der SAK fallen viele Betriebe aus den Direktzahlungen. Andere sind keine Gewerbe mehr", betonte er.

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