4.05.2013 13:08
Quelle: schweizerbauer.ch -
Tierwohl
SBV will Tierwohlbeiträge erhöhen
Mehr Geld für die Versorgungssicherheit, aber auch höhere Tierwohl- und Biobeiträge fordert der SBV in seinem Entwurf zu den Verordnungen. Finanziert werden sollen die zusätzlichen Ausgaben aus den Übergangsbeiträgen.

Die Raus-Beiträge will der Bauernverband markant erhöhen, die BTS-Beiträge moderat. Dies entspreche den Erwartungen der Schweizer Bevölkerung, schreibt der SBV im ersten Entwurf seiner Stellungnahme zu den Verordnungen der Agrarpolitik 2014–2017 (AP 2017). 

Bei Raus will der SBV die Beiträge für alle Tierkategorien erhöhen, bei BTS diejenigen für Rinder, Kühe, Pferde und Ziegen. Zudem soll das Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) sicherstellen, dass Tierwohlbeiträge künftig bei den Abnehmern nicht Eingang in Preiskalkulationen finden. Sonst verkämen die Tierwohlbeiträge zu einer Subventionierung der Abnehmer. Mit diesem Vorschlag will der SBV 70 Mio. Fr. von den Übergangsbeiträgen umleiten.

Mehr für Versorgung

Überhaupt will der SBV die Verteilung der finanziellen Mittel ändern. In die Versorgungssicherheit sollen zusätzlich 120 Mio. Fr. fliessen, indem der Basisbeitrag um 50 Fr. auf 950 Fr./ha und jener für offenes Ackerland und Dauerkulturen um 250 Fr. auf 550 Fr./ha erhöht werden soll. Letzteres soll es erlauben, einzelne Einzelkulturbeiträge zu senken und dafür für das Futtergetreide 200 Fr./ha auszurichten.

Die geplante Kürzung des Zollansatzes auf Brotgetreide lehnt der SBV klar ab. 5 Mio. Fr. mehr will der SBV auch den Biobauern zukommen lassen, indem er die Beiträge für Bioackerflächen und Biospezialkulturen erhöhen will.

Bedingungen lockern

Ferner will er die Bedingungen für den Steillandbeitrag lockern, ebenso diejenigen für den Graslandbeitrag. «Der geforderte Mindestgrasanteil je Ration von 90% im Berggebiet und 80% im Talgebiet stellt diejenigen Betriebe vor Probleme, die ihre Ration in wirtschaftlich rationeller Weise mit weiterem Grundfutter wie z.B. Mais und Zuckerrüben ergänzen.» Der SBV will diese Einschränkung streichen und daneben den maximal möglichen Kraftfutteranteil von 10% auf 15% erhöhen.

Auch bei der Definition eines beitragsberechtigten Bewirtschafters fordert der SBV Anpassungen. Wer keine landwirtschaftliche Ausbildung hat, soll zumindest über einen Direktzahlungskurs und nicht wie vom BLW vorgeschlagen über eine «Weiterbildung» verfügen. Davon, dass eine ausgewiesene praktische Tätigkeit während mindestens dreier Jahre genügen soll, will er nichts wissen.

Arbeit selber machen

Zudem ist für den SBV klar: Wer Direktzahlungen erhalten will, muss mindestens die Hälfte der auf dem Betrieb anfallenden Arbeitszeit mit betriebseigenen Arbeitskräften ausführen. Das BLW schrieb: «50% der Arbeit.» Wohlgemerkt, beide Formulierungen sind gummig und in der Praxis kaum überprüfbar. Schrauben will der SBV weiter an der umstrittenen SAK-Berechnung. Er fordert einmal mehr, dass auch landwirtschaftsnahe Tätigkeiten mit einberechnet werden. Dabei soll der Umsatz aus der paralandwirtschaftlichen Tätigkeit als Mass gelten.

Kürzungsschwelle heben

Unzufrieden ist der Verband zudem mit dem Kürzungsvorschlag des BLW. Das Amt will die Beiträge ab der 60sten Hektare kürzen, der SBV erst ab der 70sten. Und der SBV will Direktzahlungen ab der 150sten Hektare komplett streichen, das BLW schon ab der 140sten. Heute gibt es übrigens ab der 130sten Hektare keine Beiträge mehr.

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