19.10.2016 15:05
Quelle: schweizerbauer.ch - sum
Liechtenstein
Wegen AP: Weniger Kühe auf Liechtensteins Alpen
In Liechtenstein wird vermutlich schon seit 2000 Jahren Alpwirtschaft betrieben. Die Sömmerung spielte bis vor wenigen Jahrzehnten eine wichtige Rolle. In jüngster Zeit aber stehen die Alpgenossenschaften vor Herausforderungen, wie Franky Willinger, Präsident der Alpgemeinschaft Triesenberg, erklärte.

Ab 1960 seien trotz gleichbleibendem Viehbestand deutlich weniger einheimische Kühe auf den Liechtensteiner Alpen gesömmert worden als in der Zeit davor. «Das fehlende Vieh aus Liechtenstein wurde durch Tiere aus der Schweiz ersetzt», so Willinger. Jede vierte Kuh auf einer Liechtensteiner Alp stammte aus der Schweiz.

Die Agrarpolitik (AP) 2014–2017 hat nun aber einschneidende Veränderungen für die Liechtensteiner Alpen mit sich gebracht: Weil in der neuen Schweizer Agrarpolitik Geld für Kühe bezahlt wird, die auf Schweizer Alpen weiden, werden die Tiere nicht mehr in Liechtenstein auf die Alp geschickt. Das stellt die Alpwirtschaft des Fürstentums vor Probleme. Liechtenstein hatte mit der Schweiz eine Lösung gesucht, die eine gegenseitige Anerkennung und Entschädigung von Tieren beinhaltet hätte.

Eine Vereinbarung kam aber nicht zustande. Die teilweise schwache Bestossung führe zum Ausscheiden von Weideflächen, erklärte Franky Willinger. Andererseits sehe man nun auch öfters Exoten wie Yaks oder Schottische Hochlandrinder auf den Alpen. Auf den Liechtensteiner Alpen wird eine breite Palette an Produkten produziert. Den Hauptanteil machen Halbhartkäse mit 23, Sauerkäse mit vier und Butter mit zwei Tonnen aus. 

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