18.05.2020 15:11
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Agrarpolitik
Direktzahlungen: SMP für Deckelung
Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) verlangt in der bevorstehenden Beratung zur Agrarreform AP22+ klare Korrekturen. Die Vorlage ist gemäss SMP widersprüchlich. Sie trage nicht zur administrativen Vereinfachung bei und sei stark durch Extensivierungsgedanken geprägt.

Der Bundesrat hat die Botschaft zur Agrarpolitik 2022+ in die Vernehmlassung geschickt. Auch die Schweizer Milchproduzenten (SMP) haben sich nun zur Vorlage geäussert.

Aus der Sicht der SMP wird die Rindviehhaltung weiter abgestraft. Positiv für die Milchproduktion und die Milchwirtschaft in der AP22+ ist gemäss SMP der Wille zur verbesserten Verankerung der Milchzulagen und der grundsätzliche Ausbau der Produktionssystembeiträge. Die Milchproduzenten erwarten mit der AP22+ substanzielle Verbesserungen, damit die gemachten Anstrengungen im Bereich Nachhaltigkeit auch honoriert werden.

Die SMP hat folgende Anmerkungen und Forderungen  zur AP22+:

  • Die SMP setzen für sich eine die Umlagerung von reinen Flächenbeiträge hin zu Beiträgen, die an die Arbeit gekoppelt sind, ein. Dies werde mit den Produktionssystembeiträge Rechnung getragen, so die SMP. Die Organisation fordert eine klare Differenzierung nach Tierkategorien.

  • Als Erfolg werten die Belassung der Milchzulagen in der heutigen Höhe als Erfolg. Die Auszahlung der Zulagen soll weiter gemäss dem heutigen System erfolgen.

  • Die SMP setzt sich dafür ein, dass alle Familienarbeitskräfte zu einer obligatorischen und sozialen Absicherung kommen. «Immerhin hat das BLW jetzt die Partner der Betriebsleitenden in diese Regelung aufgenommen», schreiben die SMP. 

  • Die SMP erachten eine Obergrenze bei den Direktzahlungen als notwendig. Das vorgeschlagene System (max. Direktzahlungen pro Betrieb) sei umsetzbar. Dabei müssten sämtliche Direktzahlungen einbezogen werden. Aus Sicht der Milchproduzenten muss das System zusätzlich mit einem Maximalbetrag pro Standardarbeitskraft (analog heute) limitiert werden. Das Ziel ist eine bessere Abgeltung der arbeitsintensiven Produktionsrichtungen.

  • Die SMP wehrt sich gegen die Kürzungen der Direktzahlungen (113 Millionen). Die neue AP müsse sozialverträglich umgesetzt werden.

  • Die vorgeschlagene Anpassung der Menge ausgebrachter Hofdünger pauschal von 3 auf 2.5 DGVE pro Hektare zu senken, lehnen die SMP ab. «Dieser Ansatz ist überholt und sachlich nicht nachvollziehbar. Vielmehr muss bei der Beurteilung die spezifische Eigenheit eines Betriebes berücksichtigt werden können», heisst es in der Mitteilung.

  • In der AP22+ werde die Bürokratie nicht reduziert. Es sei ein «Kontrollmonster», das für die meisten Produzenten administrativ nur mit externer Hilfe zu bewältigen ist, kritisieren die SMP.

  • Die Agrarpolitik soll künftig 8 Jahre Gültigkeit haben. So könne der Produzent seine Betriebsausrichtung verbindlicher planen.
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