3.02.2020 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - dha/sal
Agrarpolitik
«Notfalls Referendum zu AP 22+»
Zum zweiten Mal haben sich die Schweizer Lohnunternehmer zu ihrer Tagung, der Lutach, getroffen. Sie wollen für die produzierende Landwirtschaft eintreten. Das haben sie an der Eröffnung klargemacht.

Ein Lohnunternehmer ist in der landwirtschaftlichen Produktion ein wichtiges Zahnrad auf vielen Betrieben. Ob Aussaat, Pflanzenschutz oder Ernte – es sind viele  Gründe für eine enge Zusammenarbeit mit einem lokalen Lohnunternehmer. Fenaco-Chef Martin Keller stellte an der Lutach fest: «Der bäuerliche Familienbetrieb konnte in der Schweiz  nur erhalten werden, weil Lohnunternehmer gewisse Arbeiten übernommen haben.»

Der Verband Lohnunternehmer Schweiz  ist seit dem November Mitglied beim Schweizer Bauernverband und sieht sich  als Teil der Schweizer Landwirtschaft. Das stellte der Verband an seiner Tagung und an der Generalversammlung klar. Er will sich gegen übertriebene politische Fesseln für die Landwirtschaft wehren.

«Noch nie war die Landwirtschaft in so einem rauen Klima wie 2019», sagte Präsident Oskar Schenk in seinem Jahresbericht. Neben den trockenen Wetterbedingungen verwies er auf die negativen Medienberichte und die heiss diskutierten Landwirtschaftsinitiativen, welche für die Landwirtschaft starken Gegenwind bedeuten. 

«Import-Initiativen» nennt Vorstand Fernand Andrey die Anliegen. «Mit diesen Initiativen schaffen wir uns selbst ab. Sollte die Agrarpolitik 22+ zu extreme, nicht umsetzbare Forderungen enthalten, werden wir auch zum Referendum greifen», stellt Andrey klar. Der Verband der Schweizer Lohnunternehmer will sich stark für die Lebensmittel produzierende Landwirtschaft einsetzen. Er stellt dazu zusätzliche Ressourcen zur Verfügung und baut  die Geschäftsstelle aus.

Zudem will der Verband mit grossen Tafeln an den Maschinen auf den Nutzen der Landwirtschaft aufmerksam machen. Die Lohnunternehmer wollen mit Know-how und Hightech die Produktion effizienter und ökologischer machen. So lanciert der Verband die Zertifizierung «Fachbetrieb Pflanzenschutz».

Samuel Guggisberg, Lohnunternehmer  und Präsident der IG Bauern Unternehmen, warb an der Lutach für das Konzept der nachhaltigen Intensivierung. Angesichts abnehmender Nutzflächen und wachsender Weltbevölkerung werde für die Lebensmittelversorgung jede einzelne Hektare wichtig werden. Er ist überzeugt, dass dank des technischen Fortschritts in der Schweiz die Kalorienproduktion noch gesteigert  werden kann.

Mehr dazu in der aktuellen Ausgabe des "Schweizer Bauer".

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