15.11.2013 07:38
Quelle: schweizerbauer.ch - sda/dpa
Artenvielfalt
137 Naturschutzgebiete entscheidend für Artenerhalt
Die Galapagos-Inseln und 136 weitere Naturschutzgebiete sind nach Forschermeinung unersetzlich für die Artenvielfalt der Erde. Knapp die Hälfte von ihnen gehören bisher nicht zum Weltnaturerbe, das die Unesco auswählt.

Die wichtigsten davon stellt eine internationale Forschergruppe, an der auch die Internationale Naturschutzunion in Gland VD beteiligt ist, im Fachjournal «Science» vor. Dazu gehört der Bale Mountains National Park in Äthiopien, denen die meisten der rund 350 Exemplare des Äthiopischen Wolfs (Canis simensis) leben, die es noch in freier Wildbahn gibt.

1,7 Millionen Quadratkilometer


Die Wissenschaftler untersuchten insgesamt 173'463 Naturschutzgebiete auf ihre Bedeutung für den Schutz von Tieren, die auf der «Roten Liste der bedrohten Arten» stehen. Dort befinden sich derzeit 21'419 Säugetiere, Vögel und Amphibien. Rund 4300 von ihnen sind global vom Aussterben bedroht.

«Wir haben insgesamt 137 Schutzgebiete auf einer Fläche von 1,7 Millionen Quadratkilometer als unersetzlich für die Artenvielfalt unser Erde ausgemacht», schreibt das Team um Soizic Le Saout und Ana Rodrigues vom Centre d'Ecologie Fonctionnelle et Evolutive im französischen Montpellier. Diese liegen vor allem in tropischen Regenwäldern, Inseln und Gebirgen.

Tropische Wälder

In diesen Gebieten leben auch jene 627 bedrohten Arten, die nur in einer sehr kleinen Region der Erde vorkommen. So gibt es die rund 700 letzten Laysan-Enten (Anas laysanensis) nur auf der gleichnamigen Hawaii-Insel und 13 Amphibienarten nur im Canaima National Park in Venezuela. Europäische Naturschutzgebiete stehen nicht auf der Liste.

Mit ihrer Analyse wollen die Forscher zu einem besseren Schutz der bedrohten Tierarten beitragen und auf die grosse Bedeutung der einzelnen Regionen aufmerksam machen. Zwar gehören einige Schutzgebiete wie die Galapagos Inseln oder der Manu National Park in Peru bereits zum Unesco Weltnaturerbe, aus Sicht der Forscher ist das aber zu wenig.

«Alle Regionen auf unser Liste hätten diesen Status verdient. Beispielsweise ist Kolumbiens Nationalpark Sierra Nevada de Santa Marta bisher kein Welterbe. Nach unserer Analyse leben hier besonders viele bedrohte Arten.» Auch das Management in vielen Nationalparks kritisieren die Wissenschaftler als oft ineffektiv. Gründe dafür seien kleine Budgets, zu wenig Personal, kaum Unterstützung seitens der Politik und grosse Problem mit Wilderern.

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