6.04.2017 09:18
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Peru
1,5 Millionen Bauern betroffen
In Peru hat das Klimaphänomen El Niño zu heftigen Niederschlägen geführt. Über 100 Menschen haben bereits ihr Leben verloren. Stark betroffen sind auch die Landwirte des südamerikanischen Landes.

Seit Januar regnet es in Peru heftig. Die Folge sind Überschwemmungen und Erdrutsche, besonders verwüstet wurden Gebiete im Norden und im Zentrum des Landes. Wissenschaftler führen den intensiven Niederschlag auf das Klimaphänomen El Niño zurück. Dabei sammeln sich warme Wassermassen im zentralen und östlichen Pazifik. In dieser Saison ist das Phänomen besonders ausgeprägt und Peru stark betroffen.

Die heftigen Regenfälle führen in Peru leicht zu Erdrutschen, weil es in dem Andenland viele baumarme Bergregionen und sandige Gebiete gibt, die kaum Wasser aufnehmen können. Besonders gefährdet sind die Menschen in Perus Armenvierteln, deren Hütten kaum Schutz bieten.

Zu kämpfen mit den Starkniederschlägen haben auch die peruanischen Bauern. Gemäss den Agrarverbänden sind 1,5 Millionen Landwirte von den Auswirkungen des «Küsten El-Niño» betroffen. In Lambayeque, La Libertad und anderen Regionen mindestens 90’000 Hektar Ackerland zerstört. Laut Héctor Carrasco, Präsident des Verbandes Conveagro, droht der Zusammenbruch der gesamten landwirtschaftlichen Infrastruktur. Der Staat müsse für die Bauern Lösungen finden, fordern die Verbände.

«Für die Sanierung von Kanälen, Wasserentnahmestellen, Strassen, landwirtschaftlichen Bauten und Brücken sind mindestens 160 Millionen US-Dollar erforderlich. Die Verluste in der Landwirtschaft und in der Viehzucht liegen bei 645 Millionen US-Dollar», zitiert Latina-Press Carrasco. Aufgrund blockierter Strassen gehen beispielsweise täglich 120'000 Liter Milch verloren.

Bei dem Klimaphänomen El Niño ändern sich die Meeresströme und das Klima: Östliche Teile des Pazifiks werden wärmer, westliche Teile kühler. Dies führt in manchen Regionen der Welt zu Regen und Überschwemmungen, in anderen zu Dürre und Waldbränden. In Südamerika füht das Phänomen zu Überschwemmungen, zudem schwinden in Teilen des Pazifiks wegen des wärmeren Wasser die Fischbestände drastisch. In Südostasien und Ostaustralien häufen sich dagegen Dürren und Waldbrände. El Niño, spanisch für Christkind, wird das Klimaphänomen genannt, weil es immer kurz vor Weihnachten zu beobachten ist.

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