Samstag, 24. Juli 2021
25.05.2020 08:00
Frankreich

150 Infizierte in Schlachthöfen

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Von: AgE

Auch in französischen Schlachthöfen häufen sich derzeit die Corona-Fälle. In zwei Schlachtbetrieben des Landes wurden in der vergangenen Woche mehr als 150 Corona-Infektionen nachgewiesen.

Nach Angaben der regionalen Gesundheitsbehörden (ARS) liegen die beiden Betriebe, die zu den Unternehmen Kermené und Tradival gehören, in gro sser Entfernung zueinander und stehen in keiner Verbindung. Der Schlachthof von Kermené befindet sich im bretonischen Département Côtes d’Armor, der andere im mehrere hundert Kilometer östlich gelegenen Département Loiret in der Region Centre- Val de Loire.

Vor allem Zerleger

In dem bretonischen Betrieb sind der ARS zufolge bislang insgesamt 109 Mitarbeiter positiv getestet worden. Die Betroffen befänden sich in Quarantäne und würden von der Behörde betreut; derzeit würden alle Kontakte nachverfolgt. Nachdem vergangene Woche erneute Tests durchgeführt worden waren, hatte sich die Zahl der Infizierten um 44 erhöht. Zuvor hatten Untersuchungen am vorvergangenen Freitag 63 bis dahin unentdeckte Covid-19-Fälle aufgedeckt.

Aus dem Schlachthof im Département Loiret meldeten die Behörden zuletzt 56 bestätigte Infektionen. Betroffen sind vor allem Zerleger; es soll aber auch zwei Fälle bei Zulieferbetrieben geben. Zudem sind 13 Familienangehörige angesteckt worden. Das Unternehmen war bereits in der vorvergangenen Woche durch den Präfekten bis zum Montag dieser Woche geschlossen worden, um die Desinfektion der Räumlichkeiten zu ermöglichen und auch die Nachverfolgung der Infektionskette zu erleichtern.

Laut dem Branchendienst „Pleinchamp“ ist der auf Schweine spezialisierte Betrieb im Loiret mit einer Schlachtkapazität von 55 000 Tonnen pro Jahr das grösste derartige Unternehmen der Region. Neben der Schlachtung werden am selben Standort auch die Zerlegung und die Verarbeitung durchgeführt. Der Marché du Porc Breton berichtete bereits von sinkenden Schlachtzahlen. Kermené gehört zu den grössten Schweineschlachtbetrieben Frankreichs; im Jahr 2015 brachte das Unternehmen mehr als 2 Millionen Schweine an den Haken.

Gesundheitsbehörden am Zug

Unklar war derweil am vergangenen Freitag noch, ob die Corona-Ausbrüche auch Folgen für andere Schlachtbetriebe haben werden. Landwirtschaftsminister Didier Guillaume wollte im Gespräch mit dem Nachrichtensender „France Info“ nicht ausschliessen, dass für alle Betriebe Tests angeordnet werden könnten. Er befinde sich in Gesprächen mit Gesundheitsminister Olivier Véran; das letzte Wort liege allerdings bei den Gesundheitsbehörden, so Guillaume.

Er stellte aber in Aussicht, dass Präventions- und Hygienevorgaben verschärft werden könnten. Erleichtert wurde von der französischen Regierung derweil die Einreise von Saisonarbeitskräften aus anderen EU-Ländern, sofern diese einen gültigen Arbeitsvertrag vorweisen können. Laut Guillaume sollen keine Corona-Tests vor der Einreise durchgeführt werden; stattdessen sei eine Quarantäne auf den Betrieben vorgesehen.

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