18.05.2018 15:26
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
36'000 Franken in Kuhampel verlocht
Im Jahr 2013 sollte im ostdeutschen Dittersdorf die erste Ampel für Kühe in Betrieb gehen. Doch auch fünf Jahre später bleibt diese unbenutzt. Grund: Der Landwirt holte den Schlüssel nicht ab.

Es hört sich an wie ein Scherz. Doch es ist Realität. Die 30'000 Euro (36'000 Franken) teure Ampel ist weiterhin unbenutzt.

Ursprung der Geschichte war das hohe Verkehrsaufkommen in der Ortschaft Dittersdorf im Bundesland Thüringen. Deshalb wurde eine Umfahrungsstrasse gebaut, wie MDR Online berichtet. Doch diese neue Strasse querte eine Weide eines Landwirts. Und dieser war ob dem neuen Bauwerk nicht erbaut.

Denn die Frage stellte sich, wie die Kühe die neue Strasse sicher passieren können. Es gab zwei Optionen: Eine Unterführung oder eine Kuhampel. Der Bauer favorisierte die Unterführung, das Bundesland aufgrund der Kosten die Ampel. Gebaut wurde schliesslich für 30'000 Euro die Lichtsignalanlage. Der Landwirt holte den Schlüssel für das Bedienen der Ampel jedoch nie ab. Mit ihm sollte er die Ampel auf Rot schalten können, damit seine Tiere sicher die Umgehungsstrasse passieren. «Für mich ist die Sache abgeschlossen», sagt der Bauer zu MDR.

Die Ampel wäre derzeit gar nicht einsatzfähig. Auf der einen Seite in Richtung Autobahn ist sie zur Seite geklappt. Auf der anderen Seite ist gar ein Teil abgebrochen. Theoretisch könnte die Anlage noch in Betrieb gehen. Allerdings sei dies mit einigem Aufwand und Kosten verbunden, sagt das Strassenbauamt.

Abmontiert wird die Anlage auch nicht. Gemäss dem Strassenbauamt Thüringen müsste der Landkreis tätig werden, um die Ampel zu demontieren. Der Landkreis hingegen sagt, man sehen das Bundesland in der Pflicht. Wie dem auch sei, die 30'000 Euro sind wohl für immer verloren.


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