3.08.2014 06:50
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Milchpreis
36,7 Cent: Kieler Rohstoffwert für Milch knapp behauptet
Die Verwertungsmöglichkeiten der Milch über Butter und Magermilchpulver haben sich im Juli geringfügig verschlechtert und deshalb den daraus theoretisch abgeleiteten Milchpreis nur moderat sinken lassen.

Wie aus aktuellen Berechnungen des Kieler Informations- und Forschungszentrums für Ernährungswirtschaft (ife) hervorgeht, lag der Rohstoffwert für ein Kilogramm Standardmilch ab Hof mit 4,0 % Fett und 3,4 % Eiweiß im Juli 2014 bei 36,7 Cent; das waren 0,2 Cent oder 0,5 % weniger als im Juni. Das Vorjahresniveau wurde allerdings klarer unterschritten, und zwar um 7,0 Cent/kg oder 16,0 %. Verantwortlich für den leichten Abschwung des Rohstoffwerts im Juli waren die zuletzt ungünstigeren Verwertungsmöglichkeiten der Milch über die Herstellung und den Verkauf von Magermilchpulver.

Die entsprechende Notierung an der Börse in Kempten lag im Monatsdurchschnitt bei 271,30 Euro/100kg; das waren 4,60 Euro oder 1,7 % weniger als im Juni. Umgerechnet auf die in der Magermilchpulverherstellung eingesetzte Milch ergab sich damit eine um 0,4 Cent/kg auf 23,0 Cent/kg verschlechterte Rohstoffverwertung. Dies konnte durch den leichten Preisanstieg am Fettmarkt nicht vollständig kompensiert werden. Die durchschnittliche Notierung für Butter belief sich im Juli auf 348,40 Euro/100 kg; das bedeutete im Vergleich zum Vormonat ein Plus von 3,10 Euro. Dadurch nahm die Verwertung der verwendeten Rohmilch über die Butter um 0,2 Cent/kg auf 15,1 Cent/kg zu.

Werden beide Wertkomponenten zusammengefasst, belief sich der Milchwert frei Rampe Molkerei im Juli auf 38,1 Cent/kg; nach Abzug der unterstellten Erfassungskosten von 1,4 Cent/kg hatte die Milch auf Erzeugerstufe dann einen theoretisch kalkulierten Wert von 36,7 Cent/kg. Da jedoch beispielsweise Käse und Frischmilchprodukte in der Kalkulation nicht enthalten sind und zudem längerfristige Lieferkontrakte mit festen Preisvereinbarungen zwischen Herstellern und Abnehmern ebenso unberücksichtigt bleiben wie Investitionen oder andere Produktionskosten, entspricht der Rohstoffwert laut ife nicht exakt dem Auszahlungspreis einer Molkerei.

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