25.07.2013 17:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Deutschland
8'000 demonstrierten gegen Agrarindustrie und Flächenfrass
Unter dem Motto „Mir hams satt“ haben mehr als 8'000 Bauern, Konsumenten, Umweltschützer und Imker in München gegen industrielle Landwirtschaft und Landfrass demonstriert.

Wie die Organisatoren mitteilten, standen vor allem der Bau neuer Massentierhaltungsanlagen, die Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen und die weitere Zubetonierung und Verlärmung der Landschaft durch unnötige Verkehrsprojekte im Fokus der Protestveranstaltung, die am vorletzten Wochenende in der bayerischen Hauptstadt stattfand.

Aufgerufen zu der Demonstration hatte ein breiter Träger- und Unterstützerkreis aus Bürgerinitiativen, Konsumenten- und Umweltschutzverbänden, Bauernverbänden und entwicklungspolitischen Organisationen. Der Vorsitzende vom BUND Naturschutz (BN) in Bayern, Hubert Weiger, erklärte während der Demo, der BN wolle verhindern, dass durch ein Freihandelsabkommen mit den USA Gentechnik, Hormonfleisch und gefährliche Chemikalien auf dem Tisch der Konsumenten landeten. Es dürfe nicht zugelassen werden, dass in internationalen Schiedsgerichtsverfahren zukünftig gegen die deutsche Regierung geklagt werden könne, und demokratische beschlossene Gesetze dann den Gewinninteressen internationaler Konzerne geopfert würden.

Der Vorsitzende vom Bundesverband Deutscher Milchviehhalter (BDM), Romuald Schaber, kritisierte hingegen die Landwirtschaftspolitik der EU, die seiner Einschätzung nach bisher sowohl aus Sicht der Produzenten wie auch aus Sicht der Konsumenten völlig einseitig an den Belangen der Industrie orientiert sei. Die Milchbauern hätten „diese ausbeuterische und ruinöse Politik satt“, so Schaber.

Die stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL), Gertraud Gafus, monierte, die verantwortlichen Politiker in Bayern schützten die bäuerliche Landwirtschaft und die Konsumenten nicht ausreichend vor gentechnisch veränderten Pflanzen und Saatgutmanipulation. Gafus forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner auf, auch in den Entscheidungsgremien auf Bundesebene klar die Neuzulassung gentechnisch veränderter Pflanzen abzulehnen.

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