Freitag, 4. Dezember 2020
23.02.2019 08:25
Österreich

A: Bauern verdienen weniger

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Von: aiz

Für 2018 zeichnet sich ein Rückgang der landwirtschaftlichen Einkommen in Österreich ab. Das Agrareinkommen je Arbeitskraft ist einer Schätzung zufolge um 4,1 Prozent gesunken.

Laut den Ergebnissen der zweiten Vorschätzung der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung von Statistik Austria sank das landwirtschaftliche Einkommen je Arbeitskraft (gemessen als Faktoreinkommen, d. h. als Nettowertschöpfung zu Faktorkosten) gegenüber dem Vorjahr durchschnittlich real um 4,1%, nach einem Anstieg um 13,9% im Jahr zuvor. 

Zurückzuführen war der Einkommensrückgang vor allem auf die hitze- und trockenheitsbedingten Mindererträge im Acker- und F utterbau, preisbedingte Einbußen auf dem Schweinemarkt und gestiegene Produktionskosten, die durch gute Ernten im Obst- und Weinbau sowie höhere Erlöse im Getreidebau nur teilweise ausgeglichen werden konnten.

Tierischer Produktionswert sinkend

Den vorläufigen Berechnungen im Rahmen der landwirtschaftlichen Gesamtrechnung zufolge erzielte die österreichische Landwirtschaft 2018 einen Produktionswert von rund 7,4 Mrd. Euro (8,4 Mrd. Fr.), 0,9% mehr als im Vorjahr. Dabei gab es gegenläufige Entwicklungen in der pflanzlichen und tierischen Produktion: Der Wert der tierischen Erzeugung nahm im Vorjahresvergleich um 2,6% ab, was vor allem eine Folge der deutlich gesunkenen Schweinepreise war. Niedriger als 2017 fiel aber auch der Produktionswert von Rindern aus, während die Milchproduktion das Vorjahresniveau dank eines höheren Erzeugungsvolumens wertmässig leicht übertraf. 

Der Wert der pflanzlichen Erzeugung erhöhte sich hingegen um 5%. Ursache dieser Zunahme waren vor allem die hohen Erntemengen im Obst- und Weinbau. Die langanhaltenden Hitzeperioden und die gebietsweise extreme Trockenheit des Jahres 2018 führten im Acker- und Futterbau allerdings zu Ertragsverlusten, bei Zuckerrüben und Kartoffeln wurden zudem schädlingsbedingt massive Ausfälle verzeichnet. 

Höhere Produktionskosten

Zum Einkommensrückgang im Jahr 2018 trugen auch die gestiegenen Produktionskosten bei. Erste Schätzungen gehen von einem Anstieg des Werts der Vorleistungen um 3% aus, primär eine Folge der höheren Aufwendungen für Futtermittel sowie der Verteuerung von Energie. Die Abschreibungen für das Anlagevermögen erhöhten sich um 2%. Die im Rahmen der Einkommensberechnung berücksichtigten öffentlichen Gelder beliefen sich für 2018 auf rund 1,5 Mrd. Euro (1,7 Mrd. Fr.), um 1,7% mehr als für das Jahr zuvor. Dieser Anstieg war vor allem eine Folge der Gewährung von Dürrehilfen.

Das im landwirtschaftlichen Wirtschaftsbereich erzielte Faktoreinkommen – das die Entlohnung der in der Landwirtschaft eingesetzten Produktionsfaktoren Boden, Arbeit (Familien- und Fremdarbeitskräfte) und Kapital misst – lag den vorläufigen Berechnungen und Schätzungen zufolge mit rund 2,6 Mrd. Euro (2,95 Mrd. Fr.) um 3,1% unter dem Vorjahresniveau. Der durch den fortgesetzten Strukturwandel bedingte Rückgang der landwirtschaftlichen Arbeitskräfte wurde für 2018 auf 0,5% geschätzt. Je Arbeitskraft betrug der durchschnittliche Einkommensrückgang demzufolge nominell 2,6% und real 4,1%.

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