14.10.2019 09:18
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
A: Bodenverbrauch bei 12 ha/Tag
Die Flächeninanspruchnahme in Österreich hat sich in den vergangenen drei Jahren konstant entwickelt. Wie aus dem zwölften Umweltkontrollbericht des Umweltbundesamtes hervorgeht, lag der Bodenverbrauch im betreffenden Betrachtungszeitraum bei durchschnittlich 11,8 ha pro Tag.

Davon wurden 41,2 % wasser- und luftundurchlässig versiegelt. Obwohl der langfristige Trend der Behörde zufolge leicht rückläufig ist, wurde das Ziel von höchstens 2,5 ha/Tag deutlich verfehlt.

Der Präsident des Österreichischen Bauernbundes, Georg Strasser, kritisierte, dass von der Verbauung besonders landwirtschaftliche Flächen betroffen seien. Das schmälere auch die natürliche Artenvielfalt. „Die weitere Reduktion des Bodenverbrauchs kann nur gemeinsam und in Dialog mit den zuständigen Ländern und Gemeinden gelingen“, so der Bauernbund-Präsident. Gerade, wenn es um die produktive Landwirtschaft in Stadtnähe gehe, kommt es sehr oft zu Interessenskonflikten.

Dort, wo sich die Städter gerne ihr Haus ins Grüne stellten oder grosse Unternehmen den Standort aus Platzgründen ausweiteten, würden oft sehr produktive landwirtschaftliche Flächen verbaut, skizzierte Strasser die Herausforderungen. „In der Nähe von Ballungsräumen müssen wir die Entwicklung besser steuern. In entlegenen Regionen müssen wir die Entwicklung entsprechend des Bedarfs ermöglichen. Nicht zuletzt geht es hier auch um die Frage der zunehmenden Abwanderung“, so der Bauernbund-Präsident.

Österreich verliere jährlich rund 0,5% seiner Agrarfläche, und zugleich sei die Supermarktfläche pro Kopf viel höher als in anderen Ländern. „Schützen wir unseren einzigartigen Lebensraum, sonst ist in 200 Jahren Schluss mit der Erzeugung von Lebensmitteln aus Österreich“, warnte Strasser. Insbesondere die Landwirtschaft, Bodenschutz und Raumplanung sowie Infrastruktur und Wirtschaft müssten besser vernetzt werden, um damit den Bodenverbrauch weiter einzudämmen.

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