26.03.2020 08:43
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Coronakrise
A: Landwirtschaft massiv betroffen
Die österreichische Landwirtschaft sei von der Corona-Krise massiv betroffen. Dies gelte einerseits für die Absatz- und Preisentwicklung in verschiedenen Produktbereichen. Auf der anderen Seite bestehe ein akuter Mangel an Arbeitskräften. Dies erklärte heute Landwirtschaftskammer (LK) Österreich-Präsident Josef Moosbrugger im APA-Gespräch.

Schätzungen des Branchenverbandes für Obst und Gemüse gehen derzeit von rund 2'500 fehlenden Arbeitskräften aus, bis Ende April könnte sich der Bedarf auf bis zu 5'000 Personen erhöhen. Im Fleischsektor sind rund 9'000 Mitarbeiter aus den benachbarten Ländern beschäftigt, von denen ein hoher Anteil nicht mehr verfügbar sein könnte.

Vermittlungsplattform 

Es wird daher von einem kurzfristigen Bedarf an mehreren Tausend Arbeitskräften im Lebensmittelbereich ausgegangen. Positiv ist, dass sich bis gestern früh knapp 7'000 Arbeitskräfte bei dem vom Landwirtschaftsministerium gestarteten Online-Portal "dielebensmittelhelfer.at" gemeldet haben.

Es handelt sich dabei, wie berichtet, um eine zentrale Anlaufstelle, die gemeinsam mit den Landwirtschaftskammern, den Wirtschaftskammern und dem Maschinenring aufgebaut wurde. Moosbrugger zeigte sich gegenüber der APA über den bisherigen Erfolg der Vermittlungsplattform erfreut. Es brauche "eine Kombination von Interessierten und Profis", sagte er zur APA. Er appellierte auch an Arbeitslose, sich bei Interesse zu melden. 

Appell an Handel

Nachdem aufgrund der Corona-Krise die meisten Betriebe in der Gastronomie, im Tourismus und in der Gemeinschaftsverpflegung derzeit geschlossen sind, spüren die Bauern die geringere Nachfrage in mehreren Produktbereichen. Auch das Geschäft mit Urlaub am Bauernhof sei weggebrochen, gab der LK-Präsident zu bedenken.

Das Geschäft mit dem Lebensmittelhandel laufe in mehreren Bereichen noch gut, sagte Moosbrugger. Er appellierte in diesem Zusammenhang erneut an den Handel, in dieser schwierigen Situation verstärkt auf heimische Produkte zuzugreifen. Immer schwieriger werde derzeit die Belieferung der Exportmärkte aufgrund der Grenzschließungen, so der Präsident. 

Die Bäuerinnen und Bauern in besonders betroffenen Sektoren bräuchten daher dringend Unterstützung durch die Regierung. Die landwirtschaftliche Interessenvertretung sei dazu in laufenden Gesprächen mit den zuständigen Ministerien. 

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