27.03.2017 15:28
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Agrarbranche fürchtet Brexit
In der exportorientierten dänischen Agrar- und Ernährungsbranche wächst die Sorge vor einem ungeregelten Ausstieg Grossbritanniens aus der Europäischen Union.

Der Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) befürchtet, dass es innerhalb der nächsten zwei Jahre bis zum Ausscheiden Grossbritanniens nicht gelingen könnte, die wirtschaftlichen Verflechtungen der beiden Wirtschaftsstandorte mit Hilfe von bilateralen Freihandelsabkommen zu erhalten.

Ohne solche Abkommen sei aber kaum damit zu rechnen, dass die wechselseitigen Handelsbeziehungen in gleichem Masse fortgesetzt werden könnten, warnte der Chefökonom des Verbandes, Frank Øland. Eine solches „No-Deal-Szenario“ könnte den dänischen Agrarsektor nach Berechnungen von L&R jährlich bis zu 4 Mrd dkr (575 Mio. Fr.) an fehlenden Exporten und bis zu 4'600 Arbeitsplätze kosten.

Gelingt innerhalb des Austrittszeitraums bis zum 29. März 2019 kein Abschluss eines Handelsabkommens, verliert Grossbritannien laut Øland den Zugang zum EU-Binnenmarkt und kann dann nur noch nach den internationalen Regeln eines einfachen Mitglieds der Welthandelsorganisation (WTO) Handel betreiben. Dies ziehe automatisch hohe Zölle und technische Handelshemmnisse nach sich, was die Waren entsprechend verteuere und Absatz koste, erläuterte der L&F-Chefökonom. Ihm zufolge dürfte ein „No- Deal“ aber auch Grossbritannien auf die Füsse fallen, da ein Großteil der Exporte des Königreichs in die EU gehe.

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