13.10.2020 13:14
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Niederlande
Agrarbranche schickt «Brandbrief»
In den Niederlanden haben mehrere landwirtschaftliche Organisationen in einem gemeinsamen „Brandbrief“ an Agrarministerin Carola Schouten vergangene Woche ihre Besorgnis über die nationale Stickstoffpolitik geäussert.

Darin bemängeln die Branchenvertretungen unter anderem, dass entsprechende Lösungen eher in die Ferne als in die Nähe gerückt seien, was erhebliche Auswirkungen auf die Zukunft der landwirtschaftlichen Betriebe habe.

Unterzeichnet ist der Brief unter anderem vom niederländischen Bauernverband (LTO), vom Junglandwirteverband (NAJK), vom Verband der Schweinehalter (POV), vom Milcherzeugerverband (NMV), vom Verband der niederländischen Geflügelhalter (NVP) und vom Biobauernverband (Biohuis). Die Organisationen betonen, dass der Sektor bereit sei, an der Verringerung der Stickstoffemissionen zu arbeiten. Allerdings seien in diese Bereich Investitionsanreize mit angemessenen Amortisationszeiten vonnöten.

Die Anforderungen dürften die Wirtschaftlichkeit von Familienbetrieben nicht beeinträchtigen. Techniken und Kenntnisse zur Verringerung der Emissionen seien vorhanden und in der Entwicklung. Die Ministerin sollte dies mit einer angemessenen Finanzierung in vollem Umfang nutzen. Für den Schweinehaltungssektor sei der bereits im vergangenen Jahr gemeinsam erarbeitete Sektorplan massgeblich, der auch Ziele für den Abbau von Gülleüberschüssen vorsehe.

Ausserdem dürften den Landwirten nicht Produktionsrechte zugunsten anderer Sektoren entzogen werden. Ferner wird ein Registrierungssystem für Stickstoffeinträge gefordert, in dem alle Reduzierungsmaßnahmen korrekt bewertet werden müssten. Die von der Regierung in Den Haag und von den Provinzen für die Stickstoffpolitik vorgesehenen Budgets könnten deutlich effektiver eingesetzt werden, mahnen die Interessenvertretungen.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE