29.03.2016 14:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Rumänien
Agrarland-Verkauf in Kritik
Rumäniens Ministerpräsident Dacian Ciolos hat sich klar gegen den Verkauf von Agrarflächen in seinem Land an Ausländer ausgesprochen. Auf einer Landwirtschaftskonferenz vergangene Woche in Ciugud erklärte der frühere EU-Agrarkommissar, dass er nicht einverstanden sei mit dem Verkauf von Agrarland an Ausländer.

Vielmehr müssten die Flächen in der Verfügung der Landgemeinden beziehungsweise der Dörfer bleiben. Es handele sich beim Agrarland um eine Ressource, die, wenn sie einmal weg sei, nicht mehr zurückzubekommen sei, so Ciolos.

Er forderte die Bürgermeister von Dörfern auf, alles in ihrer Kraft stehende zu tun, um die Flächen der jeweiligen Dorfgemeinde zu erhalten. „Gleichgültig, wie viele Gesetze in Rumänien auf nationaler Ebene betreffend den Verkauf von Land an Ausländer erlassen worden sind, es bleibt die Tatsache, dass es am besten in den Händen unserer heimischen Landwirte aufgehoben ist“, betonte der Regierungschef.

Kürzlich hatte der Präsident des rumänischen Bauernverbandes (LAPAR), Laurentius Baciu, einen „umfangreichen Aufkauf von Agrarflächen durch Ausländer“ beklagt und eine wirksame Beschränkung des Zugangs ausländischer Käufer gefordert. Seit der Bodenliberalisierung im Januar 2014 habe man eine „wahre Invasion ausländischer Investoren in Rumänien erlebt“, zitierten Bukarester Medien den LAPAR-Präsidenten. Inzwischen gehöre „fast die Hälfte der Agrarfläche Rumäniens“ Ausländern - allen voran Italienern, Deutschen, Dänen, Niederländern, Franzosen und US-Amerikanern, so Baciu.

Landwirtschaftsminister Achim Irimescu sprach hingegen lediglich von „mehr als 10 %“ der Ackerfläche, die Ausländer gehörten. Zuletzt wurde laut Angaben von Immobilienfirmen für Agrarflächen im Westen Rumäniens zwischen 2000 Euro und 7000 Euro pro Hektar gezahlt (2200 bis 7700 Franken).

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