13.09.2018 08:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Russland
Agrarministerium fordert mehr Geld
Das russische Landwirtschaftsministerium hat vorgeschlagen, den Etat 2019 für das staatliche Programm zur Entwicklung der Landwirtschaft kräftig zu erhöhen. Wie das Ressort vergangene Woche erklärte, sollte das betreffende Budget um 59,7 Mrd. Rbl (840 Mio. Fr.) auf 302,3 Mrd Rbl (4,27 Mrd. Fr.) aufgestockt werden.

Damit würden die für das laufende Jahr vorgesehenen Mittel um 63,6 Mrd. Rbl (900 Mio. Fr.) übertroffen. Der bislang für 2019 vorgesehene Betrag würde nicht ausreichen, die an das Ministerium übertragenen Aufgaben zu erfüllen, hiess es zur Begründung.

Dazu gehören unter anderem die Finanzierung von Agrarkrediten, die Förderung von ländlichen Gebieten sowie die Exportförderung von Agrarerzeugnissen und Nahrungsmitteln, für die 44 Mrd. Rbl (620 Mio. Fr.) vorgesehen sind. Derweil hat Russland seine Ausgaben für den Import von landwirtschaftlichen Produkten und Lebensmitteln in den vergangenen Jahren nach Daten der russischen Zollbehörde deutlich gesenkt: Der betreffende Einfuhrwert belief sich 2017 auf nur noch 23,3 Mrd Rbl (330 Mio. Fr.). Vier Jahre zuvor waren es noch 43,0 Mrd. Rbl (610 Mio. Fr.) gewesen. 

Dieser Rückgang dürfte vor allem auf das Embargo für Agrarprodukte und Lebensmittel aus westlichen Ländern zurückzuführen sein. Unterdessen sollen nun auch die Mineraldüngerhersteller zur Entlastung der Landwirte beitragen, darunter die Konzerne FosAgro, Uralkhim, EuroChem und Acron. Mit ihnen vereinbarte Russlands Landwirtschaftsminister Dmitri Patruschew Ende August, dass sie die Preise für ihre Produkte bis zum 15. November 2018 einfrieren. Die Erzeugerpreise für Stickstoff- und Kalidüngemittel lagen im Juli um 25% beziehungsweise 15% über dem Vorjahresniveau. 

Patruschew zufolge wird die Massnahme die Rentabilität in der Landwirtschaft erhöhen und den Ertrag und die Qualität der russischen Agrarprodukte verbessern. Während der Herbstsaat sei es sehr wichtig, den Bauern maximale Unterstützung zu geben, um eine gute Basis für die Ernte des nächsten Jahres zu schaffen, erklärte der Minister. Ausserdem stellte er den Landwirten kurzfristige Vorzugsdarlehen für den Kauf von Mineraldünger in Aussicht.

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