Samstag, 28. November 2020
20.01.2013 09:42
Deutschland

«Agrarpolitik ist nicht Sache der Agrarindustrie»

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Von: AgE

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft hat ihre Unterstützung der Agrarreformvorschläge der Europäischen Kommission bekräftigt. Der AbL-Bundesvorsitzende Bernd Voss bezeichnete die Entwürfe vergangene Woche in Berlin als gute Grundlage für eine agrarpolitische Neuausrichtung Europas.

„Die gilt es zu nutzen und auszubauen“, forderte Voss im Vorfeld einer angekündigten Demonstration unter dem Motto „Wir haben es
satt!“. Die Kundgebung wurde von der AbL und vielen weiteren Organisationen veranstaltet, darunter der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Brot für die Welt oder Bioland.

Voss betonte, mit den Kommissionsvorschlägen würden nicht länger jene Bauern benachteiligt, „die eine vernünftige Fruchtfolge einhalten, Wiesen und Weiden erhalten und wenigstens auf einem Teil ihrer Flächen etwas für den Erhalt von Feldlerche, Kiebitz oder Bienen tun“. Auch die Pläne zur Kappung der Direktbeihilfen werden von der AbL begrüsst. Voss warf der Bundesregierung vor, diese Ansätze zu torpedieren, und forderte einen Kurswechsel. „Agrarpolitik ist nicht Sache der Agrarindustrie, sondern sie muss der gesamten Gesellschaft Nutzen stiften“, so Voss.

Die AbL-Bundesvorsitzende Maria Heubuch ergänzte, noch seien keine Entscheidungen gefällt, „alles ist noch drin“. Man könne die Gelder gerechter einsetzen und die Benachteiligung bäuerlich wirtschaftender Betriebe beenden. Auch könnten die Regeln für die Agrarmärkte so ausgerichtet werden, dass Bauern und Konsumenten nicht von Molkerei-, Fleisch- oder Handelskonzernen über den Tisch gezogen würden, sondern wirksame Marktmacht aufbauen könnten.

Und man könne Europas Land- und Ernährungswirtschaften so ausrichten, dass das Wirtschaften hier die Lebens- und Wirtschaftsbedingungen der Menschen in Entwicklungsländern nicht behindere, sondern verbessere.

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