26.04.2015 10:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Indien
Alarmierende Selbstmordrate unter indischen Landwirten
Die Zahl der Selbstmorde unter den Landwirten in Indien ist im ersten Quartal dieses Jahres gegenüber der bereits hohen Rate des Vorjahreszeitraums nochmal drastisch gestiegen.

Medienberichten zufolge nahmen sich von Januar bis März insgesamt 601 Bauern im Bundesstaat Maharashtra das Leben. Damit habe die Suizidrate in den ersten drei Monaten des Jahres bereits fast ein Drittel der Gesamtzahl des Vorjahres von 1981 Selbsttötungen unter Landwirten in diesem Staat erreicht.

Die hohe Zahl der im Agrarbereich tätigen Menschen, die ihre Leben auf eigenen Wunsch hin beenden, macht der indischen Regierung bereits seit mehreren Jahren zu schaffen: So begingen beispielsweise im Jahr 2012 nach offiziellen Zahlen landesweit fast 13'800 Bauern Suizid; im Jahr davor waren es rund 14'200. Besonders häufen sich die Vorfälle nach wie vor im Bundesstaat Maharashtra, gefolgt von Andhra Pradesh und Karnataka.

Insgesamt gibt es nach unterschiedlichen Schätzungen allerdings zwischen 550 Millionen und 600 Millionen Landwirte in Indien, was annähernd der Hälfte der Gesamtbevölkerung des Landes entspricht. Laut Medien und Hilfsorganisationen haben eine sinkende Rentabilität und ein konstanter Einkommensrückgang in dieser Berufsgruppe zu einer wachsenden Existenznot geführt.

Nur 30 Prozent der Bauern hätten Zugang zu den staatlich garantierten Abnahmepreisen. Das monatliche Durchschnittseinkommen einer landwirtschaftlichen Familie beträgt nach offiziellen Schätzungen umgerechnet lediglich gut 30 Euro. Gemäss einer Studie des Delhier Zentrums für die Erforschung von Entwicklungsgesellschaften (CSDS) würden sich 76 Prozent der Bauern von der Landwirtschaft abwenden, wenn sie eine berufliche Alternative hätten.

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