4.09.2014 10:13
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Europäischer Milchmarkt
Arla: Internationaler Milchmarkt unter Druck
Der dänische Molkereikonzern Arla Foods hat im ersten Halbjahr 2014 ein deutliches Umsatzwachstum erwirtschaftet und neue Höchstwerte beim Milchpreis erzielt. Für das zweite Halbjahr wurden die Erwartungen allerdings unter Hinweis auf rückläufige Weltmärkte zurückgeschraubt.

Wie das genossenschaftlich organisierte Unternehmen mit 13'500 Mitgliedern vergangene Woche mitteilte, stieg der Umsatz in den ersten sechs Monaten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 11 Prozent auf mehr als 5,3 Mrd. Euro (6,41 Mrd. Fr.). In der gleichen Zeitspanne kletterte der durchschnittliche Abnahmepreis für Rohmilch auf den Rekordwert von 43,5 Euro/100 kg Milch (52,65 Fr./100 kg), nach 37,8 Euro/100 kg (45,75 Fr./100 kg) Milch im ersten Halbjahr 2013.

Höhere Milchmengen

Ungeachtet der positiven Halbjahresergebnisse warnte Arla-Finanzvorstand Frederik Lotz vor allzu euphorischen Erwartungen für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014. Zwar sei die Strategie des Unternehmens aufgrund der starken organischen Entwicklung auf den Wachstums- und Kernmärkten und wegen der weltweiten Preissteigerungen im ersten Halbjahr 2014 mit einem zufriedenstellenden Umsatzwachstum belohnt worden.

Die aktuell negative Entwicklung des Weltmarktpreises werde jedoch die an die Landwirte gezahlten Preise im weiteren Verlauf des Jahres 2014 drücken. Laut Darstellung des Arla-Vorstandsvorsitzenden Peder Tuborgh sind die etwas schwächeren Aussichten nicht zuletzt die Folge steigender Milchmengen, die man eigentlich erst mit Abschaffung des Milchquotensystems zu Beginn des Jahres 2015 erwartet hatte.

Nachfrage bleibt stabil

Tuborgh bleibt jedoch optimistisch,was die langfristige Entwicklung am internationalen Milchmarkt angeht: Weltweit wachse die Mittelschicht, mehr Konsumenten könnten sich Molkereiprodukte leisten und sorgten so für eine stabile Nachfrage nach Milchprodukten, so der Vorstandschef. Aktuell geht die Arla-Konzernführung aber noch davon aus, dass der Jahresumsatz 2014 mit rund 10,6 Mrd. Euro (12,83 Mrd. Fr.) und einem Nettoergebnis von rund 308 Mio. Euro über den Vergleichswerten des Vorjahres liegen wird.

Auch der Milchabnahmepreis sollte nach den aktuellen Prognosen am Jahresende das Niveau von 2013 übertreffen. Damit bleibt die Konzernspitze aber unter ihren bisherigen Erwartungen für die Geschäftszahlen des laufenden Jahres.

Mehr Rohmilch erfasst

Laut dem Halbjahresbericht hat Arla in den ersten sechs Monaten dieses Jahres konzernweit 6,7 Mio. kg Rohmilch erfasst, nach 6,2 Mio. kg im ersten Halbjahr 2013. Allein in Deutschland stieg die Annahmemenge um 7,5 % auf zuletzt 716 Mio. kg. Das Umsatzwachstum wurde im ersten Halbjahr laut Arla vor allem von der regen Nachfrage auf den Märkten der Entwicklungs- und Schwellenländern getragen. So seien die Umsätze im Nahen Osten und in Afrika gegenüber demVorjahreszeitraum um 17% gestiegen, während sich der Umsatz in China und Russland sogar in etwa verdoppelt habe.

Das Einfuhrverbot Russlands für Lebensmittel aus Ländern, die gegen Moskau Sanktionen verhängt haben, stellt nach Einschätzung der Arla-Konzernführung aber eine Herausforderung für die kommenden Monate dar. Das Geschäft in Russlandmacht ihr zufolge rund 1 Prozent des Gesamtumsatzes des Konzerns aus.

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