17.06.2015 15:27
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
Freihandel
Australien und China schliessen Freihandelsabkommen
Nach einem Jahrzehnt Verhandlungen haben Australien und China am Mittwoch ein Freihandelsabkommen unterzeichnet. Australiens Handelsminister Andrew Robb und sein chinesischer Kollege Gao Hucheng setzten in Canberra ihre Unterschrift unter den Vertrag.

Das Abkommen sieht insbesondere im Rohstoffsektor, in der Landwirtschaft und bei den Direktinvestitionen einen weitreichenden Abbau von Handelshemmnissen vor. Australiens Premierminister Tony Abbott sprach von einem «historischen» Abkommen, das beiden Ländern einen «nie dagewesenen Zugang zu den Märkten des anderen» verschaffe. Gao nannte es einen «Meilenstein unserer bilateralen Beziehungen».

Durch das Abkommen entfallen für 85 Prozent aller australischen Waren künftig die chinesischen Einfuhrzölle von bis zu 40 Prozent. In den kommenden Jahren sollen gar 95 Prozent aller Waren zollfrei werden, wodurch insbesondere Australiens Rohstoff- und Agrarsektor profitieren sollen. Im Gegenzug streicht Canberra die bisher geltenden Zollgebühr von fünf Prozent auf chinesischen Elektrogeräten.

China ist mit einem gegenseitigen Handelsvolumen von umgerechnet rund 115 Milliarden Franken schon jetzt Australiens grösster Handelspartner und überholte vergangenes Jahr auch die USA als grösster Investor.

Diese Position dürfte Peking mit dem Abkommen weiter ausbauen, denn es sieht auch eine Erleichterung von Investitionen chinesischer Unternehmen bis zu einer Milliarde australischer Dollar vor.

Es gibt jedoch auch Kritik an dem Freihandelsabkommen. Der australische Gewerkschaftsführer Allen Hicks bemängelte, dass China mit dem Abkommen bei Investitionen bis zu einem bestimmten Volumen eigene Arbeitskräfte in Australien beschäftigen dürfe. Alle vermeintlichen Vorteile des Abkommens würden angesichts der dadurch ausbleibenden Perspektiven für australische Arbeiter «null und nichtig», sagte Hicks.

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