16.03.2019 17:58
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Frankreich
Bärenschutz für jede Weide
Vorschläge zur Verbesserung der Unterstützung der Weidetierhalter in Frankreichs Bärengebieten hat der Generalrat für Umwelt und nachhaltige Entwicklung (CGEDD) vorgelegt.

Es sei wichtig, jetzt zu handeln, um das Misstrauen in der betroffenen Bevölkerung gegenüber dem Staat abzubauen, betonte das staatliche Beratergremium. Erreicht werden soll das nach der Vorstellung des CGEDD durch individuelle Gefahrenanalysen für jede betroffene Sommerweide sowie durch die Möglichkeit zur Selbstanzeige von meldepflichtigen Bärenschäden.

Dadurch würden zugleich wichtige Kapazitäten bei Frankreichs Büro für Jagd und Wildtiere(ONCFS) freigesetzt. Zudem sollte mit Massnahmen zur Ablenkung der Bären experimentiert werden. Die Fachleute wollen zu diesem Zweck das Nahrungsangebot abseits der Weiden verbessern sowie Massnahmen zur Vergrämung entwickeln.

Grundsätzlich muss nach Ansicht des Generalrats die Finanzierung von Begleitmassnahmen verbessert werden. Der Staat müsse die finanzielle Unterstützung aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und des Umweltressorts ausweiten und die Landwirte angemessener entschädigen.

Zu Konflikten zwischen Bären und Menschen kommt es laut dem Gremium vor allem im westlichen Teil des Départements Ariège, wo sich ein Grossteil der französischen Bärenpopulation konzentriere. Seit 2017 sei die Zahl der Angriffe erheblich gestiegen. 2017 seien insgesamt 691 Mutterschafe getötet worden.

Die derzeit vom französischen Staat geförderten Herdenschutzmassnahmenbasieren den Angaben des CGEDD zufolge primär auf Bewachung durch Menschen und Hunde sowie eine nächtliche Zusammenführung der einzelnen Herden. In den gesamten Pyrenäen sollen noch um die 40 Bären leben. Im Herbst vergangenen Jahres wurden im Département Pyrénées-Atlantiques zwei weiblicheBären aus Slowenien vom ONCFS ausgewildert. Die Viehhalter hatten massiven Widerstand geleistet, Strassensperren errichtet und Autos durchsucht.

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