6.02.2019 20:03
Quelle: schweizerbauer.ch - afp/blu
Frankreich
Bauer will 1 Million Schadenersatz
Der langjährige Rechtsstreit eines französischen Landwirts gegen den US-Konzern Monsanto ging am Mittwoch in eine neue Runde. Paul François macht das Monsanto-Herbizid «Lasso», das er 2004 verwendet hatte, für seine neurologischen Probleme verantwortlich.

Vor dem Berufungsgericht in Lyon will der Getreidebauer Paul François Schadenersatz von mehr als einer Million Euro erstreiten. Er führt schwere Gesundheitsprobleme auf den inzwischen verbotenen Unkrautvernichter «Lasso» von Monsanto zurück. Der US-Hersteller gehört seit dem vergangenen Jahr zum deutschen Bayer-Konzern.

Der Landwirt gibt an, unter schweren neurologischen Schäden zu leiden, seit er 2004 Dämpfe des Herbizids einatmete. So habe er Gedächtnislücken, unerklärliche Kopfschmerzen und Sprachschwierigkeiten. Die Hinweise auf dessen gesundheitsschädigende Wirkung seien nicht ausreichend gewesen, sagt der Landwirt. Monsantos Rechtsanwälte sehen keine Beweise für einen Zusammenhang zwischen den Gesundheitsproblemen von Paul François und dem Herbizid.

In erster Instanz und im Berufungsverfahren gaben französische Gerichte François Recht, Monsanto legte jedoch Rechtsmittel ein. Lasso ist seit 2007 in Frankreich verboten. «Durch seinen Kampf ist Paul Francois zu einem der Gesichter des Kampfes gegen den Einsatz von Pestiziden in Frankreich und Europa geworden», sagt Euronews-Journalist Marc Bouchage.

In den USA war Monsanto im August zur Zahlung von Schadenersatz an einen früheren Hausmeister verurteilt worden, der den Unkrautvernichter Roundup für seine Krebserkrankung verantwortlich macht. Dort sind tausende weitere Klagen anhängig.

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