4.02.2020 14:56
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Bauern-Demos vor Verteilzentren
In Bayern haben sich in der Nacht auf Montag Landwirte mit über 200 Traktoren vor Verteilzentren der Detailhändlerin Edeka versammelt. Sie wollten auf ihre schwierige wirtschaftliche Situation aufmerksam machen.

Gemäss Polizeiangaben haben sich die Landwirte in Eching, in Landsberg am Lech, in Gaimersheim und in Straubing mit rund 220 Traktoren postiert. Sie haben teilweise die Zufahrtswege für die Lastwagen versperrt.

Wie der Bayerische Rundfunk berichtet, haben die Bauern nach Gesprächen mit der Polizei nach kurzer Zeit die Zufahrtsstrassen wieder freigegeben. Da die Demos nicht angemeldet waren, wird möglicherweise wegen eines Verstosses gegen das bayerische Versammlungsgesetz ermittelt.

Die Landwirte wollten mit der Demo ein Zeichen vor dem sogenannten Lebensmittel-Gipfel in Berlin setzen. Am Montag fand dieser zwischen der Bundeskanzlerin Angela Merkel, Agrarministerin Julia Klöckner und Vertretern des Detailhandels und der Lebensmittelindustrie statt. Gemäss Merkel geht es nun darum, regionale Anbieter zu stärken. «Es geht nicht darum, staatliche Mindestpreise zu verordnen. Es geht um faire Beziehungen zwischen den verschiedenen Akteuren entlang der Wertschöpfungskette», sagte Merkel.

Die Bauern machen seit Monaten auf ihre schwierige wirtschaftliche Situation aufmerksam. Mitverantwortlich dafür machen die Landwirte die Detailhändler. Edeka, Lidl, Aldi und Rewe beherrschen mehr als 85 Prozent des deutschen Marktes. Agrarministerin Klöckner wirft ihnen vor, die Bauern unter Preisdruck zu setzen.

Klöckner sagte am Lebensmittelgipfel, dass die «erhöhten Lieferanforderungen, die die Landwirtschaft erfüllen muss, ihren Niederschlag auch in erhöhten Produzentenpreisen finden muss».

Vergangene Woche verärgerte Edeka die Bauern mit dem Slogan «Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten». Nach Druck aus Politik zog Edeka die Plakate zurück.

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