27.05.2019 19:07
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Österreich
Bauern fordern gleich lange Spiesse
Kritik an ungleichen Vorgaben für einheimische Produkte und Drittlandware auf dem österreichischen Kartoffelmarkt haben die Landwirtschaftskammer Niederösterreich, der Bauernbund Niederösterreich und die Interessengemeinschaft Erdäpfelbau (IGE) geübt.

Das, was in Europa verboten sei, solle auch für Importlebensmittel aus Drittstaaten verboten sein, erklärten die Organisationen vergangene Woche. Wie ein von der Kammer durchgeführter Test ergeben habe, gelangten aus Drittstaaten Lebensmittel in die österreichischen Supermarktregale, die in der Europäischen Union so gar nicht produziert werden dürften.

So dürften in Ägypten und Israel im Kartoffelanbau für den Export auch in die EU Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden, die in Österreich bereits seit Jahrzehnten verboten seien. Um das Problem zu lösen, reiche es nicht, dass man sich von den Produzenten in den Drittländern die Einhaltung bestimmter Produktionsbedingungen in Verträgen zusichern lasse, betonten die Organisationen. Es gehe vielmehr darum, faire Wettbewerbsbedingungen zu gewährleisten und zudemdie Versorgung der österreichischen Bevölkerung mit heimischen Lebensmitteln sicherzustellen.

Landwirtschaftskammer, Bauernbund und IGE wiesen ferner darauf hin, dass neben den ungleichen Produktionsbedingungen auch die langen Transportwege gegen Drittlandimporte sprechen würden. Hinzu kämen soziale Aspekte. Beispielsweise treibe in Ägypten die Kartoffelproduktion für Europa die Preise für die Knollen derart in die Höhe, dass sich Ägypter kaum mehr Kartoffeln leisten könnten.

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