21.05.2013 10:02
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Italien
Bauern in Norditalien warten auf Hilfe
Die norditalienische Region Emilia Romagna kommt nicht zur Ruhe. Starke Hagelschauer und Tornados Anfang Mai haben erhebliche Schäden in Obstplantagen, Weinanlagen sowie auf Weizen- und Rübenfelder verursacht. Gleichzeitig sind noch immer nicht die Entschädigungsgelder für das Erdbeben vor einem Jahr eingegangen.

Der Verband der Familienbetriebe (Coldiretti) meldete in der vergangenen Woche, die vom Erdbeben betroffenen Landwirte hätten bisher „nicht einen Euro“ erhalten. Die Erdstösse hatten damals eine der produktivsten Landwirtschaften Italiens getroffen. Auf etwa 550 Mio. Euro (680 Mio. Fr.) wurden die Schäden geschätzt. Neben Ställen, Feldern und Infrastrukturen waren auch grosse Vorräte des mit geschütztem EU-Kennzeichen versehenem Parmigiano Reggiano im Wert von 200 Mio. Euro (248 Mio. Fr.) betroffen.

Die einzige Unterstützung bisher sei die Solidarität der Bevölkerung gewesen, die die Produkte der geschädigten Betriebe gekauft hätten, so Coldiretti. Von den zugesagten Krediterleichterungen und Bürokratieentlastungen sei dagegen nichts zu spüren. Vielmehr
blieben Zuständigkeiten und Bauvorschriften unklar. Die Landwirte müssten deshalb ihr Erspartes angreifen.

Die Extremwetterereignisse vom Monatsanfang haben nun erneut Felder verwüstet und Gebäude beschädigt. Neben der Emilia-Romagna wurden auch Probleme in Venetien und der Lombardei gemeldet. Die Region hat den Ausnahmezustand in Rom beantragt, um schnell Mittel zu erhalten und Massnahmen durchzusetzen.

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