28.06.2019 11:23
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Bauern nicht für Mercosur opfern
Österreichische Bauernvertreter warnen in einem offenen Brief an EU-Handelskommissarin Cecilia Malmström und EU-Agrarkommissar Phil Hogan vor den negativen Folgen eines Abkommens mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay, das laut Medienberichten kurz vor dem Abschluss steht.

Landwirtschaftskammer-Präsident Josef Moosbrugger, COPA-Präsident Franz Reisecker sowie Bauernbund-Präsident Georg Strasser appellieren in dem Brief, die klein strukturierte heimische Landwirtschaft nicht südamerikanischen Rinder- und Zuckerbaronen zu opfern.

"Einen Mercosur-Abschluss zulasten der heimischen Land- und Forstwirtschaft, der Umwelt sowie des Klimaschutzes lehnen wir als Vertreter der Bäuerinnen und Bauern daher strikt ab. Es ist der Bevölkerung wohl auch kaum zu erklären, wenn in den nächsten Jahren massenhaft Fleisch, Zucker oder Ethanol von Südamerika nach Europa transportiert werden und gleichzeitig Tausende bäuerliche Familienbetriebe in Österreich ihre Höfe zusperren müssen. Dazu kommen noch die enormen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima durch die langen Transportwege, meist grossflächigen Anbau von Monokulturen bis hin zur Zerstörung von Regenwald in Südamerika", warnen die heimischen Agrarpolitiker.

Die bäuerlichen Interessenvertreter haben nach eigenen Angaben gegenüber der EU-Kommission wiederholt die Vorlage des Angebotes und in weiterer Folge eine Nachbesserung abgelehnt. Es sei nun zu befürchten, dass die Mercosur-Staaten weitere Zugeständnisse fordern werden, kritisieren die Landwirtschaftskammer Österreich, der europäische Dachverband der Landwirte (COPA) sowie der Österreichische Bauernbund.

Laut einer Studie exportierte Österreich 2016 im Agrarsektor rund 40 Mio. Euro (44.5 Mio. Fr.) in die Mercosur-Staaten, Tendenz sinkend. 95% davon waren Erzeugnisse der Lebensmittelindustrie wie Energy-Drinks, Limonaden und Eistees. Demgegenüber stehen Agrarimporte aus Mercosur von rund 160 Mio. Euro (177.5 Mio. Fr.). 

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