12.09.2019 06:33
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Österreich
Bauern verdienen 10% weniger
Aufgrund extremer Trockenheit sank 2018 das Einkommen von Landwirten in Österreich um 10%. Der „Grüne Bericht 2019“ betont die Wichtigkeit weiterer Entlastungsschritte.

Die Ergebnisse im österreichischen „Grünen Bericht 2019“ zeigen, dass das von der Regierung geschnürte Dürrepaket letztes Jahr notwendig gewesen war, berichtet aiz.info.

Millionenschäden durch Trockenheit 


Gegenüber 2017 sanken die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft je Betrieb im Schnitt auf 28'035 Euro (30'940 Fr.). Das ist eine Abnahme um 10%. Je betriebliche Arbeitskraft sanken die Einkünfte auf 21'176 Euro (23'148 Fr.). Konkret gab es in Vorarlberg, den nördlichen Regionen von Tirol und Salzburg, in Oberösterreich und weiten Teilen Niederösterreichs 2018 um bis zu 40% weniger Niederschlag als in einem durchschnittlichen Jahr. Dazu kam noch der wärmste April seit dem Jahr 1800, was in der Landwirtschaft zu einem trockenheitsbedingten Gesamtschaden von 230 Mio. Euro geführt hat. 

Währenddessen waren der Süden und der Osten Österreichs mit schweren Hagelunwettern, Starkregen und großflächigen Überschwemmungen konfrontiert, was in einem Schaden von 30 Mio. Euro resultierte. Auch die Futterbaubetriebe waren 2018 stark von der extremen Wettersituation betroffen, da regionsweise bis zu zwei Schnitte im Grünland ausgefallen sind. Die Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft aller Bergbauernbetrie be lagen auch 2018 deutlich unter dem Durchschnitt aller Betriebe. 

Politik soll Massnahmen ergreifen

Aufgrund gesunkener Produzentenpreise für Zuchtsauen, Ferkel und Mastschweine hatten Betriebe im Schweinesektor mit minus 26% den höchsten Rückgang zu verzeichnen. Im Ackerbau hatten vor allem Betriebe im Osten Österreichs mit wetterbedingt starken Ernteausfällen zu kämpfen. So traten an Kartoffeln und Zuckerrüben als Folge davon vermehrt Frassschäden durch den Drahtwurm sowie den Derbrüsselkäfer und Krankheiten auf, was zu massiven Mindererträgen geführt hat. 

Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich, rief die Politik auf, weitre Massnahmen für betroffene Bäuerinnen und Bauern zu treffen. Wesentliche Teile der Steuerreform und weitere Schritte in der Risikoabsicherung seien notwendig, angesichts des Klimawandels. Am meisten leide die Forstwirtschaft mit ihrem langfristigen und nachhaltigen Wirtschaftsmodell von der klimatischen Änderung.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE