28.04.2020 11:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Dänemark
Bauern wollen Schutz vor Investoren
In Dänemark haben ausserlandwirtschaftliche und oft ausländische Investoren landwirtschaftliche Nutzflächen als Anlagemöglichkeit entdeckt.

Laut einer aktuellen Erhebung des Landwirtschaftsministeriums in Kopenhagen haben nach einem weiteren Liberalisierungsschritt im Bodenrecht im Jahr 2015 rund 300 ausländische Unternehmen insgesamt 16'800 ha Ackerland aufgekauft. Zudem seien durch 1'750 Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft weitere 49'700 ha erworben worden.

In der Mehrzahl sowohl der Unternehmen als auch der Einzelpersonen habe es sich um Käufer aus anderen EU-Staaten gehandelt. Die ausländischen Akquisitionen seit 2015 machen mittlerweile rund 2,5 % der gesamten landwirtschaftlichen Nutzfläche aus. Die Sektion der Familienbetriebe im Dachverband der dänischen Agrar- und Ernährungswirtschaft (L&F) warnt nun vor einem schleichenden Ausverkauf und mahnt Massnahmen gegen mögliche Fehlentwicklungen an.

Die Vorsitzende der Sektion, Lone Andersen, begrüsste deshalb die Ankündigung von Landwirtschaftsminister Mogens Jensen, die Neuregelung des Bodenrechts von 2015 einer Evaluierung zu unterziehen. „Wir glauben, dass es notwendig und richtig ist, eine so grundlegende Änderung der Bodenmarktpolitik regelmässig zu bewerten und - falls nötig - auch zu korrigieren“, erklärte Andersen.

Ihr zufolge hängt eine leistungsfähige und multifunktionale dänische Landwirtschaft massgeblich von einer bäuerlich geprägten Agrarstruktur ab. Da sich die Dinge gerade am Bodenmarkt aber schnell in „eine verzerrte Richtung“ entwickeln könnten, sei eine Evaluierung zum jetzigen Zeitpunkt umso wichtiger, betonte Andersen.

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