5.02.2019 11:00
Quelle: schweizerbauer.ch - blu
Deutschland
Bauernstreit endet vor Gericht
Zwei Bauern haben sich im vergangenen April wegen eines Ackers gestritten. Ein 59-Jähriger ist dabei seinen jüngeren Berufskollegen mit dem Traktor über den Fuss gefahren. Der Angeklagte wurde vom Bonner Amtsgericht zu einer Geldstrafe und einer Genugtuung verurteilt.

Der Streit zwischen den beiden Bauern im deutschen Alfter westlich von Bonn entfachte wegen eines Ackers. Es ging um die Frage, wem ein Flurstück zur Tatzeit gehört hat.

Leichte Verletzungen am Fuss

Der Angeklagte ärgerte sich, dass der 40-Jährige, seiner Ansicht nach unbefugt, das Feld gepflügt hatte. Der 59-Jährige fuhr mit dem Traktor auf den frisch mit Hafer bestellten Acker und stellte seinen Kollegen.

Das Ganze eskalierte und endete beinahe in einer Katastrophe, wie die «Kölner Rundschau» berichtet. Der 59-Jährige legte den Rückwärtsgang ein und brachte den jüngeren Landwirt mit dem Hinterrad zu Fall. Schliesslich soll er den linken Fuss überfahren haben. Der Jüngere kam glimpflich davon. Der Fuss war leicht geschwollen, zudem trug er leichte Schürfwunden davon.

Erde gab nach

Ein Richter muss abklären, ob der Ältere vorsätzlich handelte, was der Bauer vor Gericht dementierte. «Ich kann ihn nicht mit dem Traktor überrollt haben, sonst wäre ja viel Schlimmeres passiert», sagte der 59-Jährige. Ein Rechtsmediziner kam zu einem gegenteiligen Schluss.

Professor Dr. Burkhard Madea sagte vor Gericht: «Es muss keine knöcherne Verletzung entstehen, wenn über einen Fuss gefahren wird. Wenn der Fuss zudem beschuht ist, muss es auch keine Abschürfungen geben.» Weil das Feld beim Tatzeitpunkt frisch eingesät wurde, gab die Erde an der Unfallstelle bis zu fünf Zentimeter nach.

Lebensbedrohlich

Der Amtsrichter konnte dem 59-jährigen Landwirt keinen Vorsatz nachweisen. Er wurde nicht – wie ursprünglich angeklagt – wegen gefährlicher Körperverletzung, sondern nur wegen einer fahrlässigen Tat verurteilt. Die Geldstrafe wurde auf 9000 Euro angesetzt.

Der 59-Jährige beteuerte im Prozess wiederholt, dass er den 40-Jährigen niemals überfahren wollte. Dieser sei plötzlich hinter seinen Traktor gesprungen, als er bereits den Rückwärtsgang eingelegt hatte. Da habe er sofort gestoppt. Der Richter erachtete diese Version als glaubwürdig. Er erinnerte aber noch einmal an die Gefährlichkeit der Aktion. Diese sei lebensbedrohlich gewesen und hätte anders enden können. Die 200 Euro Schmerzensgeld will das 40-jährige Opfer spenden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE