29.05.2018 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Handelsstreit
«Beste Entwicklung für Farmer»
Bei einem Treffen von Vertretern der USA mit der chinesischen Regierung am vorvergangenen Wochenende ist im Handelsstreit beider Länder offenbar eine deutliche Entspannung gelungen. Dieses Fazit hat zumindest US-Präsident Donald Trump nach den Gesprächen gezogen.

So twitterte Trump vergangene Woche, dass China zugestimmt habe, „gewaltige Mengen an zusätzlichen US-Agrarprodukten zu kaufen - das wäre für unsere Farmer eine der besten Entwicklungen in vielen Jahren!“ Chinas Handelsbarrieren und Zölle würden bald erstmals abgebaut, kündigte der US-Präsident an. 

US-Finanzminister Steven Mnuchin rechnet nun bei denAgrarlieferungen der Vereinigten Staaten nach China für das laufende Jahr mit einem Zuwachs, der im Vergleich zu 2017 bei 35 bis 40 Prozent liegen dürfte. Beide Seiten kündigten an, weiter an einer Beilegung ihres Streits zu arbeiten. Die US-Terminbörsen reagierten vor allem mit einem Preisanstieg für Sojabohnen. 

Im Zuge des vor der aktuellen Entspannungsphase eskalierenden Handelsstreits hatten die Marktakteure befürchtet, dass China mit Vergeltungsabgaben auf die Einfuhr von US-Sojabohnen antworten könnte. Die Volksrepublik ist der grösste Auslandskunde bei diesem Produkt und kauft jährlich etwa ein Drittel der US-Sojabohnenernte im Wert von schätzungsweise 14 Mrd. USD (13,9 Mrd. Fr.). 

Bereits am vorvergangenen Freitag beendete Peking seine Antidumping-Untersuchungen mit Blick auf die Einfuhr von Sorghum aus den Vereinigten Staaten, auf das seit der zweiten Aprilhälfte eine extrem hohe Einfuhrkaution zu entrichten war. Die chinesischen Ermittlungsbehörden argumentierten aber zuletzt, dass dadurch die Kosten der Schweinemäster im eigenen Land stiegen, weil Sorghum ein wichtiges Futtermittel sei. Diese Entwicklung sei wegen der niedrigen Schweinepreise im eigenen Land nicht im öffentlichen Interesse. 

Die USA sind der grösste Sorghumproduzent und -exporteur der Welt. Wichtigster Kunde war 2017 China, wo 4,6 Mio. t im Wert von 835,7 Mio. USD (829 Mio. Fr.) abgesetzt wurden.

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE