26.06.2016 12:56
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Brexit
Brexit auch Warnsignal für EU-Agrarpolitik
Mit Blick auf die Entscheidung der britischen Bevölkerung für einen Austritt aus der Europäischen Union hat Sachsens Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt einen Kurswechsel bei der europäischen Agrarpolitik angemahnt.

 „Der Ausgang des Referendums in Großbritannien ist ein Schock, aber er kam nicht überraschend“, erklärte Schmidt am vergangenen Freitag in Dresden. Die überbordende Bürokratie, die von Brüssel aus jedes noch so kleine Detail regeln wolle, bringe die europäische Idee in Gefahr. Der heutige Aufwand, die Regularien der EU bei der Förderung einzuhalten, sei selbst von hochspezialisierten Mitarbeitern der Verwaltung kaum noch zu leisten. Der Brexit sei auch aus diesem Grund ein Warnsignal, betonte der Minister.

Es werde daher höchste Zeit, darüber nachzudenken, womit sich die EU befassen solle. Nach Schmidts Überzeugung bietet das britische Votum die Gelegenheit für einen Neuanfang. Die EU ist ihm zufolge aber extrem wichtig und muss deshalb unbedingt erhalten bleiben. Allerdings müsse sie sich dafür wieder stärker an den Interessen der Menschen orientieren. Schmidt kündigte vor diesem Hintergrund ein Treffen mit EU-Agrarkommissar Phil Hogan in Brüssel an, wo er konkrete Vorschläge für eine Neuausrichtung unterbreiten will. „Mein Ziel sind weniger und klarere Regelungen“, betonte der CDU-Politiker. Die Kraft der Beteiligten dürfe nicht auf die Vermeidung und Ahndung von Formfehlern konzentriert werden.

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