27.08.2018 10:29
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Brexit gefährdet Agrarhandel
Die Regierung von Grossbritannien hat erstmals in 25 sogenannten „technischen Anmerkungen“ die eigenen Bürger auf die Folgen eines sogenannten „harten Brexit“, also eines möglichen Austritts aus der Europäischen Union ohne ein Abkommen mit Brüssel, vorbereitet.

Londons Brexit-Minister Dominic Raab stellte allerdings am Donnerstag vergangener Woche in London klar, dass für Grossbritannien ein Abkommen mit der EU weiterhin Priorität habe. Momentan treten die Verhandlungen dafür allerdings auf der Stelle.

Raab kündigte jedoch zusammen mit dem Chefverhandler der EU-Kommission, Michel Barnier, an, in der verbleibenden Zeit noch intensiver verhandeln zu wollen. Falls sich das Vereinigte Königreich mit der EU bis zum offiziellen Austrittstermin Ende März kommenden Jahres nicht auf ein Abkommen einigen kann, werden unter anderem beim Agrarhandel durch neue Handelsbarrieren zwischen Brüssel und Großbritannien eine Reihe von Schwierigkeiten befürchtet.

Der freie Warenverkehr würde im Fall eines harten Brexit sofort enden. Der Handel zwischen der EU und dem Vereinigten Königreich würde dann auf die Regeln der Welthandelsorganisation (WTO) zurückfallen, unter anderem mit hohen Zollschranken für beide Seiten. Klar scheint zu sein, dass die britische Regierung daher versuchen wird, nach dem Austritt zumindest in einigen Bereichen für die kommenden drei Jahre den derzeitigen Status quo aufrechtzuerhalten, um so den Schock eines harten Ausstiegs abzufedern.

London schlägt dafür vor, dass die EU-Standards für diesen Zeitraum auch ohne ein Abkommen weiter gelten sollen, beispielsweise für Lebensmittel und Arbeitnehmerrechte. Ob Brüssel diesemWunsch im Fall eines ausbleibenden Abkommens nachkommen würde, ist allerdings völlig offen.

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