26.09.2019 09:12
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Brexit
Brexit gefährdet irische Betriebe
Das Risiko eines schädlichen Brexit-Ausgangs für die irische Agrarbranche ist hoch, wobei die negativen Folgen für die einzelnen Regionen und Sektoren unterschiedlich zu beurteilen sind.

Die irische Agrarbrache könnte unter den Folgen eines schlechten Brexit-Ausgangs stark leiden. Das geht aus einem vergangener Woche veröffentlichten „Economic Letter“ des irischen Zentralbankökonomen Dr. Thomas Conefrey hervor, der die Wirtschaftsleistung der heimischen Landwirtschaft vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen analysiert hat.

Demnach sehen sich die irischen Rinder- und Schafzuchtbetriebe ohnehin mit erheblichen Rentabilitätsproblemen konfrontiert und sind „in hohem Mass“ von den EU-Direktzahlungen abhängig.

Rund ein Drittel aller Betriebe sei als wirtschaftlich verwundbar einzustufen. Jeder künftige „negative Schock“, auch ein weniger substanzieller als der Brexit, würde die „grundlegende Schwäche des Sektors“ sichtbar werden lassen, so Conefrey.

Westen stärker betroffen

Nach seinen Ausführungen deuten die Untersuchungen zum Brexit mit Blick auf die irische Landwirtschaft darauf hin, dass die negativen Auswirkungen regional ungleichmässig ausfallen dürften. So seien die Regionen West, Mid-West und Midland aufgrund ihrer grösseren Abhängigkeit von der Rinderzucht mit relativ niedrigen Gewinnspannen weniger belastbar und dürften deshalb vom Brexit stärker getroffen werden als die Regionen Süd und Ost.

Der Direktor für Wirtschaft und Statistik bei der irischen Zentralbank, Mark Cassidy, betonte in einem Kommentar, dass die Landwirtschaft einen wichtigen Beitrag zur nationalen Wirtschaft leiste. Die geringe Rentabilität in bestimmten Sektoren und die starke Abhängigkeit von den EU-Direktzahlungen seien jedoch Schwachstellen, die nicht ausser Acht gelassen werden sollten.

 

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