20.01.2017 08:02
Quelle: schweizerbauer.ch - lid
EU
Brexit: Weniger Geld für Bauern
EU-Agrarkommissar Phil Hogan bedauert in Berlin den Brexit und sieht negative Auswirkungen auf die Landwirtschaft zukommen.

Der EU-Agrarkommissar Phil Hogan sagte zum Auftakt der Grünen Woche in Berlin, dass der Austritt Grossbritanniens sich negativ auf die Finanzierung der EU auswirken werde, auch auf die Finanzierung des Agrarbudgets, das rund 38 Prozent des gemeinsamen Finanzhaushaltes ausmacht. Hogan schätzt, dass duch den Brexit rund 3 Milliarden Euro weniger Mittel für die EU-Landwirtschaft zu Verfügung stehen werden, weil der Austritt aus der EU 8 bis 10 Milliarden weniger Einnahmen bescheren wird.

Markt soll entscheiden


Der Brexit habe auch negative Auswirkungen auf die Farmer der britischen Insel selber. Sie müssten neue Märkte erschliessen, je nachdem, wie die Zusammenarbeit mit der EU gestaltet werde. Zudem habe der englische Landwirtschaftsminister in diesem Kontext angekündigt, dass die Bauern auf der Insel nur noch bis zum Jahr 2020 Direktzahlungen erhalten sollen.

Aber die Zeit der staatlichen Agrarförderung scheint nicht nur beim Austrittskandidaten, sondern auch in er EU absehbar. Phil Hogan brach generell eine Lanze für eine Politik, die sich stärker auf die Märkte ausrichtet. So sollen die Landwirte auf der Grundlage des Marktes entscheiden, was sie produzieren wollen und nicht über Kontingente oder die Art der Direktzahlungen geleitet werden. Härtefälle will er auch in Zukunft abfedern und den Handel fördern.

Bedauert Embargo

Gemäss Hogan ist die Politik auch da, um den Bauern zu helfen, öffentliche Güter für die Gesellschaft als Ganzes zu produzieren - hohe Qualität, rückverfolgbares Essen, Biodiversität und Nahrungsmittelsicherheit sind Leistungen, welche die Gesellschaft auch in Zukunft von den Bauernfamilien erwartet. Dazu benötigt der Sektor junge Kräfte. Ein Anliegen des EU -Agrarkommissars ist es, Massnahmen zu ergreifen, die dazu beitragen, dass mehr junge Landwirte ausgebildet werden.

Phil Hogan bedauert das Embargo gegen Russland, betont aber, das sei eine politische Massnahme und nicht in seinem Einflussbereich. Er freut sich, dass praktisch alle Exportverluste Russland- Embargo durch Exporte nach Fernost wettgemacht werden konnten.

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