5.02.2019 12:16
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Grossbritannien
Britische Farmer tief verunsichert
Die grossen Unsicherheiten rund um die Modalitäten des bevorstehenden Brexit wirken sich zunehmend negativ auf die Stimmungslage der Landwirte im Vereinigten Königreich aus.

Laut einer Umfrage des britischen Bauernverbandes (NFU) unter 732 Farmern ist deren Vertrauen in die Zukunft auf mittlere Sicht auf einen „historischen Tiefstand“ gerutscht. Gemäss der Erhebung, die seit 2010 regelmässig durchgeführt wird, entwickelte sich bei den Befragten auch das kurzfristige Vertrauennegativ und sank auf den niedrigsten Stand seit April 2016. 

Insgesamt 21% der befragten Landwirte hätten angegeben, wegen des Brexit die Investitionen in den nächsten zwölf Monaten zu reduzieren, berichtete der NFU. Für Verbandspräsidentin Minette Batters zeigen die Ergebnisse „ein sehr klares Bild über das wahre Ausmass der Unsicherheit“ in den landwirtschaftlichen Unternehmen. Die Unbekannten der Zukunft, beispielsweise wie das Handelsumfeld aussehen werde oder wie den Betrieben Zugang zu Arbeitskräften ausserhalb des Vereinigten Königreichs ermöglicht werden solle, machten es fast unmöglich, dass ein Unternehmen derzeit planen könne. 

Batters betonte, dass produktive, profitable und fortschrittliche Betriebe von zentraler Bedeutung seien, um sichere, rückverfolgbare und erschwingliche Nahrungsmittel für das Vereinigte Königreich zu produzieren, während gleichzeitig die Natur geschützt werde. Das Vertrauen sei auch deshalb so wichtig, damit Landwirte hierzu die Investitionen tätigen könnten. Angesichts der Bedeutung des europäischen Marktes für britische Agrarexporte hob die NFU-Präsidentin zudem die Notwendigkeit eines freien und reibungslosen Handels „in jedem Brexit-Abkommen“ hervor. 

Der stellvertretende NFU-Präsident Guy Smith stellte am vergangenen Mittwoch vor den Delegierten der National Tillage Conference nochmals klar, dass ein Austritt aus der Europäischen Union ohne ein Abkommen „eine Katastrophe für die Landwirtschaft wäre“. Er bezeichnete es als „nicht möglich, über Nacht komplexe Systeme im Agrarhandel innerhalb der EU, die sich über 40 Jahre hinweg etabliert haben, zu trennen“. So etwas müsse durchdacht sein und schrittweise geschehen, so wie der Beitritt des Vereinigten Königreichs zur Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) in den 1970er Jahren.

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