11.04.2014 09:04
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
Bulgarien
Bulgarien: Brachlandsteuer vorgeschlagen
Bulgariens Landwirtschaftsminister Dimitar Grekov hat angesichts der Nichtnutzung zahlreicher landwirtschaftlicher Parzellen die Einführung einer Brachlandsteuer vorgeschlagen.

Zuletzt lagen gemäss der amtlichen Statistik landesweit insgesamt rund 1,5 Mio. ha brach. Das entsprach fast 27% der auf etwa 5,6 Mio ha veranschlagten landwirtschaftlichen Nutzfläche (LN) Bulgariens. Experten sehen als wesentlichen Grund für das Brachliegen vieler Flächen die äusserst starke Parzellierung der Felder, die deren Bewirtschaftung extrem arbeits- und kostenaufwendig macht.

Eigentümer "disziplinieren"

Grekow sieht in der von ihm vorgeschlagenen Steuer eine Möglichkeit, die Eigentümer von Brachlandflächen „zu disziplinieren“, sich um die Nutzung ihrer Felder zu kümmern. Eine Arbeitsgruppe aus Fachleuten der staatlichen Exekutive, der Kommunen und von Nichtregierungsorganisationen soll jetzt einen Entwurf für ein „Gesetz für die Konsolidierung von Landwirtschaftsflächen“ erarbeiten.

Das geltende „Gesetz über Eigentum und die Nutzung von Agrarflächen“, mit dem eine Flächenkonsolidierung auf freiwilliger Basis vorangetrieben werden sollte, hat laut Medienberichten nicht die gewünschte Wirkung erzielt. Die Flächenkonsolidierung mit dem Ziel, „nicht bewirtschaftete Flächen“ wieder zu nutzen, sei eine der wichtigsten agrarpolitischen Massnahmen, die von verschiedenen Regierungen betrieben, aber nicht gelöst worden sei, kommentierte das Journal „Balgarski Fermer“ die neue Initiative des Agraressorts.

Landwirtschaft stark fragmentiert

Die Einführung einer Brachlandsteuer wird von den landwirtschaftlichen Verbänden unterstützt. Die Landwirtschaft Bulgariens ist nach Angaben des Ministeriums stark fragmentiert, was die „Ineffizienz und die fehlende Konkurrenzfähigkeit“ des Agrarsektors bedinge und erkläre. Der Statistik zufolge verfügt ein Hof im Mittel über lediglich 5,5 ha.

Andererseits gibt es sehr wenige, aber sehr grosse Betriebe. So erhielten in Bulgarien im Jahr 2010 nur gut 3% der landwirtschaftlichen Betriebe mehr als drei Viertel der EU-Direktzahlungen.

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