14.10.2020 15:23
Quelle: schweizerbauer.ch - sda
CO2
Bundesrat genehmigt Abkommen mit Peru für CO2-Kompensation
Der Bundesrat hat ein Klimaschutzabkommen zwischen der Schweiz und Peru genehmigt. Es schafft die Grundlagen, um CO2-Emissionen der Schweiz über Projekte in Peru zu kompensieren. Es ist das weltweit erste bilaterale Abkommen unter dem Klimaübereinkommen von Paris.

Die Schweiz nehme mit dem Deal mit dem südamerikanischen Land eine Pionierrolle ein und schaffe einen Standard für internationale Klimaprojekte, teilte der Bundesrat am Mittwoch mit. Diese müssten strenge Auflagen für den Umweltschutz erfüllen und dabei auch internationale Normen für den Schutz der Menschenrechte respektieren.

Keine "doppelten" Emmissionsverminderungen

Im Gespräch ist beispielsweise ein Projekt, bei dem die Schweiz 200'000 energieeffiziente Öfen in Bergregionen Perus installiert. Mit diesen sollen die Benützer Brennholz einsparen, was den Kohlendioxid-Ausstoss reduziert. Die Verantwortlichen hoffen so auf eine Reduktion von total zwei Millionen Tonnen CO2.

Das Abkommen verpflichtet den Angaben zufolge beide Länder zur Anwendung einer Methode, welche die doppelte Zählung von erzielten Emissionsverminderungen verhindert. Gemäss der Vereinbarung darf zudem kein Verdacht auf eine Verletzung der Menschenrechte oder der nationalen Gesetzgebung bestehen. Ansonsten würde die Übertragung von Emissionsreduktionen aus dem Projekt sofort ausgesetzt. Insofern habe das Abkommen auch Pioniercharakter, schreibt der Bundesrat.

Gespräche mit weiteren Staaten

Bundespräsidentin und Umweltministerin Simonetta Sommaruga und die peruanische Umweltministerin Kirla Echegaray Alfaro werden das Abkommen am kommenden Dienstag im Rahmen einer Videokonferenz unterzeichnen.

Die Schweiz hatte das Klimaabkommen von Paris im Oktober 2017 ratifiziert. Sie verpflichtete sich, die Treibhausgasemissionen bis 2030 im Vergleich zum Jahr 1990 zu halbieren. Nach dem Willen des Parlaments sollen mindestens 75 Prozent der Massnahmen im Inland erfolgen. Es verabschiedete dazu die umstrittene Totalrevision des CO2-Gesetzes mit Energie-, Klima- und Umweltmassnahmen.

Das Übereinkommen von Paris erlaubt es den Staaten auch, ihre eigenen Emissionen durch Klimaprojekte im Ausland zu kompensieren. . Bis 2030 will die Schweiz 30 bis 35 Millionen Tonnen CO2 im Ausland einsparen. Neben Peru verhandelt die Schweiz auch mit dem afrikanischen Staat Ghana sowie einer Handvoll weiteren Ländern über ein Abkommen.

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