8.10.2020 06:01
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
EU
«Ceci n’est pas un steak»
Eine Reihe von Organisationen des europäischen Tierzucht- und Fleischverarbeitungssektors stellt sich mit der neu lancierten Kampagne «Ceci n’est pas un steak» (Das ist kein Steak) gegen irreführende Fleisch- und Milchbezeichnungen auf pflanzlichen Nachahmerprodukten.

Hintergrund ist eine bevorstehende Abstimmung im Europäischen Parlament über den Änderungsantrag zu Fleischbezeichnungen in der GMO-Verordnung. Der Europaabgeordnete Eric Andrieu hatte vorgeschlagen, die EU-Kommission via delegierte Rechtsakte über diese zentrale Frage entscheiden zu lassen, unter der Voraussetzung, dass sie die Anerkennung von Namen wie "vegane Burger" und "vegane Würste" akzeptiert.

Der EU-Kommission auf diese Weise die Verantwortung zuzuschieben, ist für die Kritik übenden Organisationen nicht hinnehmbar und widerspricht ihnen zufolge dem ursprünglichen Vorschlag, über den letztes Jahr bereits abgestimmt worden war. Die Gruppe ruft die Mitglieder des Europäischen Parlaments dazu auf, die Folgen und Konsequenzen einer Verallgemeinerung dieser Bezeichnungen, die Irreführung und unfaires Marketing begünstigen würde, sorgfältig zu prüfen.

"Mit der Duldung von Schlupflöchern für Lebensmittelbezeichnungen wie 'vegane Würste' oder 'vegane Burger', wird die Büchse der Pandora geöffnet - mit langfristigen Folgen für Konsumenten und Viehzüchter gleichermassen", warnen die Kampagne unterstützenden EU-Organisationen CLITRAVI (Fleischverarbeitende Industrie der EU), EFFAB (Europäisches Forum der Tierzüchter), AVEC (Verband der Geflügelfleischverarbeiter und Geflügelfleischhändler der EU), COPA-COGECA (Dachverband der EU-Landwirte und -Genossenschaften), IBC (Internationaler Fleischermeister-Verband) und UECBV (Verband des europäischen Vieh- und Fleischhandels). 

Jean-Pierre Fleury, Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Rindfleisch" von COPA-COGECA, sagte zum Auftakt dieser Initiative: "Für den europäischen Viehzuchtsektor geht es nicht darum, diese Entwicklung zu bekämpfen. Wir fordern lediglich Anerkennung und Achtung für die Arbeit von Millionen von europäischen Landwirten und in der Viehzucht tätigen Personen. Einige Marketingagenturen wollen Konsumenten vorsätzlich zu der Annahme verleiten, dass die Substitution eines Produkts durch ein anderes sich nicht auf die Nährstoffzufuhr auswirke." 

SCHWEIZER BAUER
BEKANNTSCHAFTEN
DER SCHWEIZER BAUER AUF YOUTUBE