10.08.2019 06:02
Quelle: schweizerbauer.ch - aiz
Russland
Chance für Sojaexporte nach China
Die staatliche russische Landwirtschaftsbank RSHB hat inländische Agrarproduzenten aufgerufen, von der Öffnung des chinesischen Sojamarktes aktiv Gebrauch zu machen.

Die Empfehlung bezieht sich auf die Ende vergangenen Monats offiziell bekannt gegebene Entscheidung des chinesischen Hauptzollamtes, die Importe von Sojabohnen aus sämtlichen Regionen Russlands zu erlauben.

Erst 1 Prozent aus Russland

Der Zugang zum weltweit grössten Absatzmarkt für Soja, so die RSHB, sei als starker Impuls für den russischen Agrarsektor und Stimulus für neue Investitionen in der Branche zu betrachten. Die Bank sei bereit, interessierte Unternehmen mit ihren umfangreichen Erfahrungen zu unterstützen, die sie während vergangener Investitionsprojekte im Bereich Sojaproduktion und -export gesammelt habe.

Die volle Marktöffnung für Importe aus Russland wurde vor dem Hintergrund des aktuellen Handelsstreits zwischen den USA und China beschlossen. Laut RSHB fiel der Anteil Russlands mit 1% an den gesamten Sojalieferungen nach China bislang bescheiden aus. Vor der Verhängung eines Importzolls von 25% auf US-Soja habe das Reich der Mitte jährlich etwa 70 Mio. t aus der Neuen Welt bezogen. Da Brasilien und Argentinien den Ausfall der US-Lieferungen nicht vollständig abdecken könnten, bedeute dies für Russland ein grosses Potenzial für die Ausweitung der Exporte.

Föderationsbezirk Ferner Osten

Eine Sprecherin des russischen Aufsichtsdiensts für Tier- und Pflanzengesundheit Russlands (Rosselkhoznadzor) sprach von einem "wichtigen Durchbruch", dass China Soja vom gesamten Territorium Russlands beziehen wolle. Bei anderen Kulturen beharre die chinesische Seite allerdings hartnäckig auf die Einhaltung des Regionalisierungsprinzips.

Ein Experte des Forschungsinstituts für Agrarmarktkonjunktur (IKAR) stellte klar, dass vorwiegend Agrarbetriebe im Föderationsbezirk Ferner Osten, die China schon mit Soja belieferten, von dem weiteren Ausbau der Exporte profitieren werden, während für die Produzenten im europäischen Teil Russlands die Marktöffnung von geringerer Bedeutung sei. 

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