15.08.2017 09:15
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China: Hanf statt Baumwolle
Auf der Suche nach Alternativen zu Baumwolle setzt China massiv auf Hanf. Dieses Fazit hat das nova-Institut aus der „2017 International Conference on Hemp Industry“ gezogen, die mit insgesamt 300 Teilnehmern aus China, Australien, Europa und Kanada Anfang des Monats in Harbin in der Mandschurei stattfand.

In China bereiteten nicht nur die negativen Umweltwirkungen des Baumwollanbaus Probleme, sondern auch die Qualität und der Preis der heimischen Produktion seien wenig konkurrenzfähig, erläuterte das Institut am vergangenen Donnerstag. Allein im vorigen Jahr habe die Volksrepublik daher 3 Mio. t Baumwolle aus den USA importiert.

Vor diesem Hintergrund habe die chinesische Provinz Heilongjiang die Entscheidung getroffen, die Hanfproduktionauszubauen. In nur wenigen Jahren sei der Hanfanbau in der Region von weniger als 1'000 ha auf inzwischen 30'000 ha erweitert worden. Das entspreche der gesamten Hanfanbaufläche Kanadas und Europas, berichtete das Institut. Daneben seien in einem Forschungsprogramm an Universitäten in der Provinz Heilongjiang in Zusammenarbeit mit internationalen Partnern neue, ertragreiche Hanfsorten entwickelt sowie Koppelerntemaschinen für Stängel und Samen optimiert worden.

Die Anbauer führten laut Institut auch biotechnologische Verfahren ein, um auf umweltfreundliche Weise mit Hilfe von Enzymen feine Hanffasern zu produzieren. In China sehe man erhebliche Vorteile der Hanf- gegenüber der Baumwollproduktion. Angeführt würden Umweltaspekte wie ein geringer Wasser- und Pflanzenschutzmitteleinsatz, ein kleiner Kohlenstoffdioxidabdruck, hohe Fasererträge und sehr gute Fasereigenschaften. Zudem gebe es bei Hanf wenig Konkurrenz. Schliesslich könnten als Koppelprodukt Hanfsamen für Lebensmittel und Pharmazeutika erzeugt werden.

Gerade für die Produktion und Vermarktung von ökologischen Hanflebensmitteln suchten die Chinesen derzeit noch Kooperationspartner in Europa und Nordamerika, so das Institut. Diesen böten sie eine optimale Infrastruktur und Investitionsbeihilfen an.

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