23.08.2017 18:05
Quelle: schweizerbauer.ch - AgE
China
China kauft mehr Milchprodukte
Die chinesischen Importeure von Milcherzeugnissen haben im ersten Halbjahr 2017 mehr Ware bei ihren internationalen Lieferanten geordert als im Vorjahreszeitraum. Nach Angaben der britischen Absatzförderungsorganisation (AHDB) nahm die Einfuhrmenge bei fast allen Produktkategorien - Ausnahme war Flüssigmilch - zu, und zwar insgesamt um rund 4%.

Die AHBD geht davon aus, dass in der zweiten Jahreshälfte 2017 die Importnachfrage in China noch steigen dürfte, weil die Lagerbestände dort niedrig seien und das heisse Sommerwetter sowie die nachgebenden Milchpreise die heimische Produktion bremsten. Bestätigt wird die Aufwärtsentwicklung bei den chinesischen Milcheinfuhren durch Daten der EU-Kommission, die auf dem Global Trade Atlas (GTA) basieren.

Demnach stieg die Bezugsmenge des wichtigsten Einfuhrgutes Vollmilchpulver gegenüber der ersten Jahreshälfte 2016 um rund 1% auf 296'400 t. Sehr viel stärker legten die chinesischen Einkäufe von Molkenpulver mit 13% auf 260'970 t und von Magermilchpulver mit 16 % auf 132'300 t zu. Besonders begehrt war bei den Händlern in der Volksrepublik zudem ausländische Kondensmilch mit einem Zuwachs der Bestellmenge um 26 % auf 11'800 t. Der Import von Käse wurde sogar um 29% auf 58'650 t ausgeweitet.

Lediglich die Einfuhr von Trinkmilch verzeichnete einen deutlichen Rückgang, und zwar um 20%. Die AHDB nannte dafür Angebotsengpässe aufgrund der sich nur langsam erholende Milchproduktion des Hauptlieferanten Europäische Union als Grund, was durch höhere Lieferungen Neuseelands nicht habe ausgeglichen werden können. Bei anderen Produkten profitierten die EU-Anbieter jedoch von der höheren Nachfrage Chinas.

Laut EU-Kommission nahmen die Verkäufe von Magermilchpulver in die Volksrepublik gegenüber der ersten Jahreshälfte 2016 um zwei Drittel auf 43'930 t zu. Bei Vollmilchpulver wurde ein Plus von 44% auf 12'710 t verzeichnet. Bei Magermilchpulver stieg durch den deutlich höheren Absatz der Marktanteil der EU in China von 22 % im ersten Halbjahr 2016 auf 28 %. Auch die Lieferungen von Butter und -öl wuchsen im Vorjahresvergleich kräftig, nämlich um ein Fünftel auf 4'740 t.

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